„Medizinische Miszellen in der Amploniana“

Die Universität Erfurt lädt am Montag, 7. Oktober, zu einem weiteren Vortrag in der Reihe „Erfurter Universitätsgeschichten“ ein. Referentin ist Prof. Dr. Iolanda Ventura von der Università di Bologna. Sie spricht zum Thema „Eine kleine Bibliothek in einem Buch: Medizinische Miszellen in der Amploniana“. Beginn ist um 19 Uhr im Coelicum, Domstraße 10. Der Eintritt ist frei.

Die Bedeutung der Medizin in der Bibliothek des Amplonius Rating de Bercka ist oft betont worden. Die Forschung hat insbesondere die Anzahl der medizinischen Handschriften und die Vielfalt der Texte hervorgehoben und hat Amplonius‘ Interesse für das arabisch-lateinische medizinische Erbe sowie für die Entwicklung der Universitätsmedizin herausgearbeitet. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Anwesenheit von seltenen und hochspezialisierten Texten in der Bibliotheca Amploniana. In ihrem Vortrag möchte Iolanda Ventura jedoch nicht die Aufmerksamkeit auf die Anwesenheit einzelner, obwohl wichtiger, Texte in der Bibliotheca Amploniana richten, sondern auf die Typologien von Vergesellschaftungen und Zusammenstellungen von Texten in den Sammelhandschriften der Sammlung, die die Tätigkeit des Amplonius als Sammler und die Trends der Produktion und der Lektüre von Texten und Codices enthüllen. In dieser Hinsicht werden in ihrem Vortrag einige ausgewählte Handschriften in Bezug auf die Interpretation der „inneren Logik“ der handschriftlichen Miszellen, die die Bibliotheca Amploniana aufweist, und das Bild der Medizin und der medizinischen Kultur, die sie vermitteln, analysiert. Im Besonderen wird sich Iolanda Ventura sich mit dem Bild der parisinischen Universitätsmedizin, die aus der Mitüberlieferung der Werke des Johannes de Sancto Amando resultiert, und seiner Rolle in Amplonius‘ Auffassung der theoretischen und akademischen Medizin beschäftigen. Diese Auffassungen des Amplonius lassen sich aus der Vernetzung der Schriften rekonstruieren, die zur Bibliothek des Amplonius gehört haben.