Seltene Überlieferung in der Forschungsbibliothek Gotha

Der Schulabschluss ist ein besonderer Anlass. Dies war im 17. Jahrhundert nicht anders als heute. Und auch die damit verbundenen Feierlichkeiten ähneln sich: Es gibt Musik und gutes Essen, Menschen kommen zusammen, um die Absolventen gebührend zu würdigen. Letztere runden ihrerseits meist mit einer Rede die Schullaufbahn ab. Aber während heute diese Rede oftmals nur von ausgewählten Schülern geschrieben und zum Vergnügen der anwesenden Eltern, Freunde und Verwandten vorgetragen wird, handelt es sich bei den valedictiones, den Abgangsreden wie sie auch am Gothaer Gymnasium der Frühen Neuzeit üblich waren, um eine finale Kostprobe der von den Schülern erworbenen rhetorischen und altphilologischen Fähigkeiten. Von dieser konnte darüber hinaus einiges abhängen, denn in den Reihen der Zuhörer fanden sich Adlige und hohe Beamte auf der Suche nach Talenten, die sie mit Stipendien und Arbeitsstellen fördern und an sich binden konnten. Manch ein Schüler lief daher zu Höchstformen auf.

In der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt sind einige dieser Reden bewahrt, was Louisa-Dorothea Gehrke dazu bewogen hat, sie einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Blog der Forschungsbibliothek Gotha liefert sie nun ein paar interessante Einblicke. Reinschauen lohnt sich: https://blog-fbg.uni-erfurt.de/2019/07/schulabgangsreden-aus-dem-17-jahrhundert-eine-seltene-ueberlieferung-in-der-forschungsbibliothek-gotha/.