Stadtmuseum Erfurt

Weg damit!?

Unter dem Titel „Weg damit!?“ ist vom 4. Juli bis 29. Oktober im Erfurter Stadtmuseum eine Ausstellung zu sehen, die sich gezielt schwierigen und kontroversen Objekten aus dem Bestand des Museums widmet. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit Studierenden des Master-Studiengangs „Sammlungsbezogene Wissens- und Kulturgeschichte“ an der Universität Erfurt.

Vor dem Hintergrund aktueller Debatten innerhalb von Kulturszene und Öffentlichkeit rund um Kontexte der Herkunft, Zeigbarkeit und würdigen Einordnung von Objekten zeigt die Ausstellung am konkreten Beispiel, auf welche Wahrnehmungsgewohnheiten wir uns heute verständigen und wie wir uns dabei angemessen an schwierige Kontexte innerhalb unseres musealen Erbes herantasten können.

„Im Master-Studiengang „Sammlungbezogene Wissens- und Kulturgeschichte arbeiten wir schon seit einiger Zeit mit dem Stadtmuseum zusammen“, berichtet Prof. Dr. Susanne Rau, Historikerin an der Uni Erfurt. „Die Studierenden machen Praktika im Museum und auch in Lehrveranstaltungen ist die Expertise der Museumsmitarbeiter gefragt. Diese Zusammenarbeit wollen wir künftig vertiefen – um zum einen die Verbindung zwischen Stadt und Universität grundsätzlich zu stärken und im Besonderen in der (Aus-)Bildung von künftigen Historikern und Sammlungsspezialisten zusammenzuwirken.“

Auf die Ausstellung hatten sich die Studierenden im Seminar intensiv vorbereitet. Es ging zunächst darum, grundlegende Kenntnisse zu Konzeption und Planung von Ausstellungen im Bereich kulturhistorischer Museen zu erlangen. Anschließend wurden gemeinsam Objekte ausgewählt und dann deren Kontext und Hintergrund recherchiert. Entstanden ist eine Ausstellung, die sich vor dem Hintergrund aktueller Debatten gezielt schwieriger und kontroverser Objekte annimmt und von da aus einzelne strittige Ereignisse und Konfliktlinien der Erfurter älteren und jüngeren Geschichte erneut aufrollt. Dabei geht es auch um gewandelte Sichtweisen auf Objekte und Themen, die einst selbstverständlicher Teil der Alltagskultur waren und damit um die Frage, was man heute wie zeigen kann und sollte. Im Rahmen der Ausstellung werden auch Aspekte der Präsentation, Dokumentation und konservatorischen Behandlung verschiedener Objektgruppen sowie Grundlagen des Projektmanagements und der szenografischen Inszenierung von Ausstellungen einschließlich der Zusammenarbeit mit Gestaltern vermittelt.