Die Kleine Synagoge in Erfurt.

Workshop: Abraham als Modell in den Religionen

Die biblische Geschichte des Abraham ist nicht zu Ende, wenn das heilige Buch zugeschlagen wird. Stattdessen steht die Figur Abrahams Modell für vielfältige rituelle Praktiken in Christentum und Judentum. Ein Workshop, organisiert von Thomas Blanton IV, der gegenwärtig als Fellow am Research Centre „Dynamik ritueller Praktiken im Judentum“ am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt arbeitet, und Claudia Bergmann, Koordinatorin am Research Centre, soll am 17. Dezember exemplarisch der Frage nachgehen, wie und wo Abraham als rituelles Modell in den Religionen diente.

Es referieren: Hillel Mali (Jerusalem) zur Abrahamgestalt in der Literatur zur Zeit des Zweiten Tempels, Günter Stemberger (Wien) zu Abraham als Ritualmodell in der rabbinischen Tradition und Thomas R. Blanton IV zur Verteidigung der Beschneidungspraxis in den Texten, die Philo zugeschrieben werden. Kathy Ehrensperger (Potsdam), Karl-Wilhelm Niebuhr (Jena) und William S. Campbell (Swansea) sprechen darüber, wie sich die Gestalt des Abraham in der neutestamentlichen Literatur, besonders bei Paulus, verändert. Christoph Bultmann (Erfurt) unternimmt schließlich einen Ausflug in das 18. Jahrhundert und spricht zum Thema „Abraham und religiöser Humanismus in der Religionsphilosophie“. Nach dem Workshop wird ein erweiterter Call for Contributions veröffentlicht werden, um die Workshop-Ergebnisse und weitere Beiträge zum Thema als Buch herauszugeben.

Die Veranstaltung ist öffentlich und findet von 9 bis 16 Uhr in der Kleinen Synagoge statt. Um Anmeldung bei Claudia Bergmann wird gebeten.