Jüdische Rituale

Internationale Konferenz zu Psalmen und Ritualen

Das biblische Buch der Psalmen ist ein Text, der zur individuellen Lektüre einlädt. Einzelne Psalmen und Elemente der Psalmen wurden und werden aber auch in Liturgie und Ritual genutzt, sowohl innerhalb von Kirche und Synagoge als auch außerhalb im Alltag von Menschen, für die die Psalmen heilige Texte sind. Wie aber gestaltet sich das Verhältnis von Text und ritueller Praxis? Inwieweit schaffen Psalmentexte religiöse Identität, laden zur Teilnahme am Ritual ein oder exkludieren Außenstehende? Wie ist es möglich, dass sich die Psalmen als Texte für Rituale in zwei Glaubenstraditionen etablieren konnten? Wo verbinden sie Judentum und Christentum, wo trennen sie?

Vom 24. bis 26. Oktober 2018 führt das Research Centre „Dynamik ritueller Praktiken im Judentum in pluralistischen Kontexten von der Antike bis zur Gegenwart“ am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt eine international besetzte Tagung mit dem Titel „Psalms in Rituals from Antiquity to the Present“ durch, die sich diesen Fragen widmet. Der Spätantike und dem Mittelalter soll dabei besondere Aufmerksamkeit gelten. Folgende Wissenschaftler haben ihre Teilnahme zugesagt: Erhard Gerstenberger (Marburg), Angela Kim Harkins (Boston), Beate Ego (Bochum), Mika Pajunen (Helsinki), Günter Stemberger (Wien), Clemens Leonhard (Münster), A.J. Berkovitz (Princeton), Ophir Münz-Manor (Jerusalem/Hamburg), Esther Menn (Chicago), Isaac Kalimi (Mainz), Alan Cooper (New York), Ruth Langer (Boston), Rebecca Sebbagh (Erfurt), Jürgen Bärsch (Eichstätt-Ingolstadt), Harald Buchinger (Regensburg), Andreas Haug (Würzburg), Bill Rebiger (Hamburg), Susanne Talabardon (Bamberg) und Benedikt Kranemann (Erfurt). Alle Vorträge und die Diskussionen finden in englischer Sprache statt. Konferenzort ist das Bildungshaus St. Ursula in Erfurt. Die Konferenz ist öffentlich, um Anmeldung bei Claudia Bergmann wird gebeten

Am 24.10.2018 um 19 Uhr findet im Begleitprogramm der Konferenz ein Gesprächskonzert mit Jascha Nemtsov und dem Klenke-Quartett in der Ägidienkirche am Wenigemarkt statt. Zur Aufführung kommen Werke von Ursula Mamlok und Leo Ornstein. Der erklärende Vortrag dazu wird in deutscher Sprache gehalten. Eintrittskarten für zehn Euro, bzw. fünf Euro ermäßigt, sind ab sofort bei der Tourist Information Erfurt und an der Abendkasse erhältlich.

Das Research Centre „Dynamik ritueller Praktiken im Judentum in pluralistischen Kontexten von der Antike bis zur Gegenwart“ existiert seit dem Jahr 2015 und wird vom BMBF gefördert. Einmal jährlich findet eine große internationale Konferenz statt, außerdem werden zahlreiche Workshops und Vorträge organisiert. Durch die rege Beteiligung von Fellows aus aller Welt ist es gelungen, die Universität Erfurt und das Max-Weber-Kolleg zu einem wichtigen Ort für die aktuelle internationale Forschung zum Thema „Jüdische Rituale“ zu machen.

Weitere Informationen/Kontakt:

Dr. Claudia Bergmann
claudia.bergmann@uni-erfurt.de

Abb.: Egbert-Psalter, fol. 20v. By 10th century monk [Public domain], via Wikimedia Commons.