Schloss Friedenstein in Gotha

Workshop zur Alchemie im Islam

Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt veranstaltet zusammen mit Prof. Dr. Regula Forster (Universität Zürich/Freie Universität Berlin) am 28. und 29. September den internationalen Handschriften-Workshop „Alchemy in the Islamicate world“ durch. Die Veranstaltung findet im Herzog-Ernst-Kabinett der Forschungsbibliothek Gotha auf Schloss Friedenstein statt. Der interdisziplinäre Workshop führt Forscher aus Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Saudi-Arabien, der Schweiz und den USA in Gotha zusammen.

Die Alchemie war eine weitverbreitete Praxis in der islamischen Welt, die von den Anfängen bis ins 20. Jahrhundert hinein gelehrt worden ist. Trotz ihrer Beliebtheit, die durch historische Bezüge und den Reichtum an überlieferten alchemistischen Handschriften belegt ist, wird das Studium der arabisch-islamischen Alchemie bis heute stark vernachlässigt. Somit stellen sich noch ganz basale Fragen wie jene nach den alchemistischen Grundlagentexten, nach den zentralen Aspekten der islamischen Alchemie, wie die Terminologie und den von Alchemisten benutzten Handschriften, nach der Alchemie als Literatur und visueller Kunst sowie schließlich nach der Alchemie als Praxis und Wissenschaft in ihren sozialen Kontexten.

Der Gothaer Workshop will einige dieser Forschungslücken schließen, indem etablierte und jüngere Wissenschaftler zusammengebracht werden. Sie bekommen die Möglichkeit, sich direkt mit den alchemistischen Handschriften der Gothaer Sammlung zu beschäftigen. Der Workshop findet als thematischer Anschluss an das Projekt „Between Religion and Alchemy. The scholar Ibn Arfaʿ Raʾs (d. 1197) as a model for an integrative Arabic literary and cultural history” der Universität Zürich statt. Dabei sollen die Grundlagen für eine künftige internationale Erforschung der Alchemie gelegt werden.

Die orientalische Handschriftensammlung der Forschungsbibliothek Gotha ist mit mehr als 3.500 Bänden die drittgrößte Sammlung ihrer Art in Deutschland. Die maßgeblich im frühen 19. Jahrhundert entstandene Sammlung umfasst neben historischen und biografischen Abhandlungen u.a. Handschriften aus den Bereichen der Theologie und Jurisprudenz, der Medizin und Naturkunde, ebenso wie der Grammatik, Lexikographie und Literatur. Sie deckt somit inhaltlich ein breites Spektrum islamischer Gelehrsamkeit vom 8. bis ins 19. Jahrhundert ab.

Eine Teilnahme an diesem englischsprachigen Workshop ist nur nach Anmeldung möglich.

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