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Neue Publikation: Flucht und Szene

Im Verlag Theater der Zeit ist unter dem Titel „Flucht und Szene: Perspektiven und Formen eines Theaters der Fliehenden“ soeben einen neue Publikation von Bettine Menke und Juliane Vogel erschienen. Das Buch möchte auf die politische Funktion des Theaters in der Flüchtlingskrise hinweisen und zugleich die historischen Verbindungen zwischen Bühne und Asyl aufzeigen.

Denn das aktuelle Theater ist zu einem Ort für Flüchtlinge geworden, der neben ihren Anliegen auch diese selbst auftreten lässt. Lebens- und Fluchtgeschichten werden nicht mehr ausschließlich den Behörden vorgetragen, sie appellieren auch an die Urteilsfähigkeit der Öffentlichkeit. Arbeiten wie Elfriede Jelineks „Die Schutzbefohlenen“ erinnern daran, dass das Theater bereits in der athenischen Polis als ein Ankunftsraum für Fliehende angelegt war. Das theatrale Geschehen wie die dramatische Handlung kann mit einer Asylverhandlung, die tragische Entscheidung mit der Frage von Fliehen oder Bleiben in Zusammenhang gebracht werden. Die in „Flucht und Szene“ versammelten Beiträge wollen dieses Fundament der europäischen Theatergeschichte sichtbar machen: Die Bühne wird selbst zum temporären Zwischenraum für die fliehend Ankommenden, der sich immer wieder neu und anders konstituiert.

Bettine Menke ist Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Erfurt. Sie forscht u. a. zu Dekonstruktion, Gender Studies und Rhetorik, zum Witz, zu Raum-Anordnungen und Operationen, zum Theater, zu Schauplätzen, zur Figur und Suspendierung des Auftretens, zu Spektakelformen, Melodram und Chor.

Cover: Flucht und Szene

Bettine Menke und Juliane Vogel (Hrsg.)
Flucht und Szene: Perspektiven und Formen eines Theaters der Fliehenden (Recherchen)
Verlag Theater der Zeit, 2018
ISBN-13: 978-3957491190
386 Seiten
22 EUR