Gastvortrag von Dr. Bernhard Schär

Das Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt begrüßt am 17. Mai im Rahmen des Seminars „Mappings: Raum- und neue Kartografiegeschichte“ Dr. Bernhard Schär (Zürich), Autor des 2015 erschienen Buchs „Tropenliebe. Schweizer Naturforscher und niederländischer Imperialismus in Südostasien um 1900“, für einen Gastvortrag zum Thema „Transimperiale Wissenschaft aus Ceylon um 1900“. Beginn ist um 17.15 Uhr im Pagenhaus auf Schloss Friedenstein. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Im Fokus der Globalgeschichte des Wissens stehen zwei Grenzüberschreitungen – eine epistemologische und eine geografische. Gefragt wird zum einen, wie Wissen in der meist machtasym-metrischen Interaktion zwischen europäischen und nicht-europäischen AkteurInnen in kolonialen „Kontaktzonen“ konstruiert wurde. Analysiert wird zum anderen, wie dieses „Pidgin Knowledge“ über Meere und Kontinente hinweg zirkuliert(e) und so unser Wissen über die Welt hervorbrachte. In seinem Vortrag schildert Bernhard Schär, wie sich zwei Schweizer Naturforscher in Ceylon um 1900 das Wissen buddhistischer Chroniken, britischer Pflanzer sowie kolonisierter Studienobjekte aneigneten, um das erste rassenanthropologische Werk über die Insel zu schreiben. Er erläutert außerdem, wie ihre Arbeit die postkoloniale Archäologie Sri Lankas, die Kulturanthropologie Großbritanniens sowie die Rassenforschung in Deutschland mitformten.

Bernhard C. Schär ist Oberassistent am Institut für Geschichte der ETH Zürich. Er forscht aktuell zur transnationalen Geschichte der niederländischen Kolonialkriege im 19. Jahrhundert und schreibt an einer erweiterten englischen Version seines Buchs „Tropenliebe“.