Gemeinsame Konferenz in Leiden

Das Research Center „Dynamik ritueller Praktiken im Judentum“ der Uni Erfurt und die Universität Leiden veranstalten vom 29. bis 31. Oktober 2018 eine gemeinsame Konferenz unter dem Titel „Interpreting Rituals: Historiographic Perspectives and Pluralistic Contexts“ in Leiden. Die Veranstaltung widmet sich dem Studium von Ritualen und versteht dieses als multidisziplinäre Arbeit.

Die wissenschaftlichen Beiträge vieler Ritual-Theoretiker wie Durkheim, Eliade, Turner, Douglas, Leach, Geertz, Rappaport, Ricoeur, Bell oder Grimes haben die Entwicklung der Ritualwissenschaften beeinflusst und entscheidend geprägt. Während ihrer Erkenntnisse schon lange auf Alltagsrituale und auch auf christliche Rituale angewandt wurden, steckt das akademische Studium von jüdischen Ritualen und die Historiografie von jüdischen Ritualen noch in den Kinderschuhen. Ziel der Konferenz ist es nun, diese Phänomene nicht nur zu untersuchen, sondern das konventionelle westliche und christliche Denken über sie zu durchbrechen. Betont werden soll das Studium von jüdischen und anderen Ritualen in pluralistischen Kontexten, ein Ziel, das der Arbeit des Research Centre in Erfurt entspricht.

Die Konferenz zieht auch die Entwicklung der neuen Medien und Technologien in Betracht, die zu Veränderungen in Ritualen und zur Entwicklung von neuen Ritualen führen. Ein Beispiel dafür sind die Lubavitcher Hasidim, die sowohl das Internet im Allgemeinen als auch YouTube im Besonderen dazu nutzen, um säkulare Juden zu erreichen und um ihre rituellen Praktiken zu verbreiten. Hier soll gefragt werden, wie sich Rituale verändern, wenn sie in die virtuelle Welt übergehen oder in ihr zugänglich gemacht werden.

Weitere Informationen zur Konferenz und zum Call for Papers können unter www.eurojewishstudies.org/homepage-announcements/call-for-papers-interpreting-rituals-historiographical-perspectives-and-pluralistic-contexts-leiden-university-29-31-october-2018-deadline-15-june-2018/ eingesehen werden.