Prof. Dr. Walter Bauer-Wabnegg

Universitätspräsident fordert „deutliches Ministerwort“ in Sachen Audimax

Der Präsident der Universität Erfurt, Prof. Dr. Walter Bauer-Wabnegg, zeigt sich irritiert von der am 3. Februar in der Thüringer Allgemeinen veröffentlichten Aussage des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, es warte seit 2016 auf einen Bauantrag der Uni für das seit 2015 aus Brandschutzgründen geschlossene Audimax.

„Ein solcher Bauantrag liegt deshalb nicht vor, weil uns Wissenschafts- und auch Bauministerium seinerzeit erklärt haben, man müsse zunächst das in 2017 beim HIS-Institut für Hochschulentwicklung beauftragte Gutachten über den Flächenbedarf der Hochschule abwarten, bevor man über konkrete Sanierungs- oder Neubaupläne entscheiden könne. „Davon abgesehen, hat uns das Land bis heute das für eine Sanierung erforderliche Brandschutzkonzept für das Audimax nicht vorgelegt“, sagt Bauer-Wabnegg. „Das Bauministerium hat die Kosten für die Sanierung des denkmalgeschützten Audimax der Universität gegenüber auf rund acht Millionen Euro geschätzt. Dass uns auf dieser Grundlage ein Neubau wirtschaftlicher erscheint und dieser auch nach wie vor von uns favorisiert wird, ist sicher nicht verwunderlich“, sagt Walter Bauer-Wabnegg. Erst recht vor dem Hintergrund, dass das Audimax einem Festsaal, nicht aber den Anforderungen eines Hörsaals genüge – auch nach einer möglichen Brandschutzsanierung. „Und das Problem wird größer“, führt der Präsident weiter aus: „Aufgrund der langen Schließung des Audimax-Gebäudes ist inzwischen auch die dringend benötigte dort befindliche Toilettenanlage nicht mehr nutzbar. Unser Angebot, zumindest diese in Eigenleistung wieder zu ertüchtigen, hat das Bauministerium abgelehnt.“ Darüber hinaus habe die Universität Erfurt in den vergangenen Jahren zahlreiche weitere Bauanträge an das Land gestellt, die bis heute nicht weiter verfolgt wurden bzw. in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden konnten – zum Beispiel die dringend erforderliche Sanierung der großen Hörsäle 5 und 6 im Lehrgebäude 2. Vor diesem Hintergrund sei die Aussage des Landes, man warte lediglich auf den Antrag der Universität zur Sanierung ihres Audimax, doch mit deutlichen Fragezeichen zu versehen.

Dennoch macht der Uni-Präsident deutlich: „Am Ende bringt das Schwarze-Peter-Spiel gar nichts – am allerwenigsten denen, die es wirklich betrifft, nämlich den Studierenden und den Menschen, die hier auf dem Campus lernen und arbeiten. Im Gegenteil: Es kostet wertvolle Zeit, die wir nicht mehr haben. Wenn wir der baulichen Not auf dem Campus begegnen wollen, dürfen wir uns nicht im Geplänkel verlieren, sondern müssen gemeinsam handeln. Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten, das hat nicht zuletzt unser Antrag an das Land auf Übertragung der Bauherrenvertretungseigenschaft für die notwendigen Sanierungsmaßnahmen auf dem Campus gezeigt. Aber was wir jetzt vor allen Dingen brauchen, ist neben einem sichtbaren ‚Ja‘ des Oberbürgermeisters zu Erfurts Universität ein deutliches Ministerwort, dass die Aula nun zügig wiederhergestellt, ein Sanierungsplan insgesamt erstellt und ab 19/20 zuverlässig umgesetzt wird. Denn hier geht es um nichts Geringeres als die Zukunft von mehr als 6000 Studierenden, 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und nicht zuletzt um die Attraktivität der Landeshauptstadt als Wissenschaftsstandort in Thüringen. Diese Chance ungenutzt zu lassen, wäre fatal.“