Jan Gerken

„Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge“

Nach gut dreieinhalb Jahren als Kanzler verlässt Jan Gerken die Universität Erfurt zum Ende des Jahres, um neuer Kanzler der Uni Stuttgart zu werden. Der dortige Universitätsrat und der Senat wählten ihn in einer gemeinsamen öffentlichen Sitzung am 11. Juli 2017 zum neuen Stuttgarter Verwaltungschef. Der 51-Jährige ist seit 2014 Kanzler der Universität Erfurt. Ein Gespräch über seine Beweggründe und seine Erfahrungen…

Herr Gerken, hat es Ihnen bei uns in Erfurt nicht gefallen?
Das ist nicht der Grund. Mir hat es sehr gut an der Universität Erfurt gefallen. Die Arbeit hier hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich denke, wir haben auch eine Menge gemeinsam erreicht. Der ‚Ruf‘ an die Universität Stuttgart, an eine der TU9-Universitäten Deutschlands, ist eine große Herausforderung und Chance für mich – aber ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

Was werden Sie vermissen?
Die ‚familiäre‘ Atmosphäre auf dem Campus, die kurzen Wege und natürlich die eine oder andere Person, die ich wirklich schätzen gelernt habe.

Was war für Sie in Erfurt die schwierigste Aufgabe?
Die schwierigste Aufgabe lag und liegt eindeutig im Bereich der baulichen Infrastruktur. Die Gebäude sind überwiegend mehr als 60 Jahre alt und weisen zum Teil beträchtliche Mängel auf, die vom Land nicht effizient genug behoben werden. Die Zusammenarbeit mit der staatlichen Bauverwaltung funktioniert an vielen Stellen nicht gut und der Antrag auf Übertragung der Bauherreneigenschaft für kleine Neu-, Um- und Erweiterungsbauten auf die Universität ist nach wie vor nicht beschieden.

Welche Herausforderungen warten in Stuttgart auf Sie und worauf freuen Sie sich?
Die Universität Stuttgart befindet sich in einem enormen Wettbewerb – national und international. Sie hat mehrere Cluster-Anträge im Zuge der Exzellenzinitiative gestellt. Ich freue mich darauf, die Universität auf ihrem Weg in die Zukunft aktiv begleiten zu können.

Was denken Sie, Ihrem (ja noch zu findenden) Nachfolger hinterlassen zu können, und welchen Tipp würden Sie ihm mit auf den Weg geben wollen?
Ich denke, ihm oder ihr eine gut aufgestellte Verwaltung und einen gesunden Haushalt zu hinterlassen. Aber man darf nicht nachlassen und muss sich ständig weiterentwickeln.

Dann bleibt uns nur noch, Ihnen viel Erfolg zu wünschen. Behalten Sie die Uni Erfurt in guter Erinnerung!