Schloss Friedenstein Gotha

Tagung „Maria in den Konfessionen und Medien der Frühen Neuzeit“

Das Graduiertenkolleg „Interkonfessionalität der Frühen Neuzeit“ der Universität Hamburg veranstaltet in Kooperation mit der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt sowie dem Internationalen Arbeitskreis für Auslegungs- und Mediegeschichte der Bibel vom 26. bis 28. Mai 2017 im Orangenhaus des Schlosses Friedenstein in Gotha die internationale Tagung „Maria in den Konfessionen und Medien der Frühen Neuzeit“. Sie widmet sich der Frage, wie und auf welche Weise Maria im Katholizismus und Protestantismus rezipiert wurde.

Die Marienverehrung wird gemeinhin als ein Spezifikum der römisch-katholischen Konfession angesehen. Dabei wird allzu rasch übersehen, dass die Reformatoren selbst und die an sie anknüpfende frühneuzeitlich-protestantische Tradition bei aller Kritik an bestimmten spätmittelalterlichen Missbräuchen Maria eine hohe Wertschätzung entgegenbrachten, die sich literarisch, frömmigkeitlich und ikonographisch facettenreich niederschlug. Martin Luther lehnte bekanntlich die Anbetung Marias als „Himmelskönigin“ sowie deren Bezeichnung als für die sündige Menschheit tätige Fürsprecherin bei Gott ab. Andererseits jedoch würdigte der Wittenberger Reformator die Mutter Gottes als die „höchste Frau und das edelste Kleinod nach Christus“. Dies schlug sich u.a. auch darin nieder, dass ein Großteil der Marienfeste in lutherischen Kulturkreisen erhalten blieb.

Ziel der Tagung ist es, die mediale Bandbreite der frühneuzeitlichen Befassung mit der Mutter Gottes angemessen zu erkunden. In den Blick zu nehmen sind hierbei Predigten, Meditations- und Gebetsliteratur, geistliche Lyrik sowie bildliche Darstellungen Marias in der Sakralkunst innerhalb und außerhalb von Kirchenräumen. Gefragt wird nach konfessionellen Differenzen und nach interkonfessionellen Gemeinsamkeiten hinsichtlich der einschlägigen Repräsentationsformen und Frömmigkeitspraktiken. Besonderes Augenmerk wird hierbei den weitaus weniger bekannten protestantischen Formen marianischer Spiritualität geschenkt werden.

Die Tagung erfolgt mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Freundeskreises der Forschungsbibliothek Gotha e.V. Gäste sind herzlich willkommen.

Tagungsprorgamm

Weitere Informationen / Kontakt:
Dr. Sascha Salatowsky
Tel.: 0361/737-5562
E-Mail: sascha.salatowsky@uni-erfurt.de