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Man schaue nicht auf das, was man verloren hat, sondern auf das, was einem noch geblieben ist

Wie verkraftet man einen Schicksalsschlag? Ein Arzt aus der Antike, Galenos, weiß hierzu Rat, denn er hat selbst bei einem Brand all sein Hab und Gut unwiederbringlich verloren – ja, seine berufliche und wirtschaftliche Existenz war damit beinahe zunichte gemacht: „Dieses Verlusts bin ich mir an jedem einzelnen Tag bewusst, wenn ich das eine Mal ohne Buch, ein andermal ohne Instrument und dann wieder ohne Arznei dastehe, die ich doch brauche.“

Und trotzdem bleibt Galen gelassen. Sein Rezept: Man schaue nicht auf das, was man verloren hat, sondern auf das, was einem noch geblieben ist – und freue sich darüber. Und vor allem: Diese Sichtweise können wir in guten Zeiten trainieren, dann können wir in schlechten Zeiten gelassen
bleiben.

Den erst vor wenigen Jahren wiederentdeckten antiken Text hat Kai Brodersen, Professor für Antike Kultur an der Universität Erfurt, jetzt in einer neuen Übersetzung in der Reihe „Was bedeutet das alles?“ bei Reclam vorgelegt und in einem ausführlichen Nachwort erschlossen.

Kai Brodersen
Galen: Gelassenheit [Reihe: Was bedeutet das alles?]
Stuttgart: Reclam 2016
ISBN: 978-3-15-019319-8
63 Seiten
5 EUR

Quelle: Man schaue nicht auf das, was man verloren hat, sondern auf das, was einem noch geblieben ist