Die ostdeutsche Volksmeinung: Wie demokratisch war die DDR-Bevölkerung?

„Die ostdeutsche Volksmeinung: Wie demokratisch war die DDR-Bevölkerung?“ lautet der Titel eines Vortrags von Dr. Jens Gieseke, zudem der Forschungsverbund „Diktaturerfahrung und Transformation“ am Donnerstag, 5. Dezember, um 18 Uhr ins Coelicum, Domstraße 10, einlädt. Im Anschluss an den Vortrag gibt es Gelegenheit zur Diskussion. Die Veranstaltung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Förderschwerpunkt „DDR-Forschung“ gefördert. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Was wollten die DDR-Bürgerinnen und -Bürger, die im Herbst 1989 auf die Straße gingen – und was wollten diejenigen, die zu Hause blieben? Inwiefern interessierten sie sich für Politik? Und was verstanden sie unter Demokratie? Diese Fragen beschäftigen die Debatten bis in die Gegenwart. Unter der SED-Diktatur war die unabhängige Artikulation von politischen Ansichten unmöglich. Doch aus Geheimdienstberichten und verdeckten Meinungsumfragen lässt sich rekonstruieren, was die DDR-Bevölkerung unter Politik verstand und an welchen Werten sie sich orientierte: Wie wichtig war ihnen persönliche Beteiligung? Was hielten sie vom westlichen Parteiensystem, von Pluralismus und liberaler Ordnung? Welche Politiker beeindruckten sie? Wie demokratisch war die DDR-Bevölkerung?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Potsdamer Historiker und Politikwissenschaftler Dr. Jens Gieseke. Gieseke, der am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam die Abteilung „Kommunismus und Gesellschaft“ leitet. Er hat im Wintersemester 2019/2020 die Gastprofessur des Forschungsverbundes „Diktaturerfahrung und Transformation“ an der Universität Erfurt und der Friedrich-Schiller-Universität Jena inne.

Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1989-1104-437. Settnik, Bernd. CC-BY-SA 3.0.