Soziale Medien

Weitere Förderung für Kooperationsprojekt von FSU und Uni Erfurt im Bereich der digitalen Lehre

Hochschulen und Schulen stehen gleichermaßen vor der Aufgabe, den gesellschaftlichen Anforderungen Digitalisierung und Heterogenität produktiv zu begegnen. Der Erarbeitung digital-gestützter Lehr-Lernangebote wird im Umgang mit heterogenen Lerngruppen ein besonderes Potenzial zugeschrieben. Vor diesem Hintergrund fördert das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG) seit 2018 im Rahmen des Programms „Curricula der Zukunft“ ein Kooperationsprojekt der Universitäten Erfurt und Jena. „WortMelder“ hat bei Dr. Andrea Schmerbauch nachgefragt, die das Projekt an der Erfurt School of Education der Universität Erfurt koordiniert…

Frau Dr. Schmerbauch, was genau ist das Ziel gemeinsamen Projektes mit der FSU Jena?
Das Projekt verfolgt Ziele auf verschiedenen Ebenen und in mehreren Bereichen. Zum einen wünscht sich das Land, dass sich die Kooperation zwischen den beiden lehrerbildenden Hochschulen stärker verschränkt. Die beiden Themen Digitalisierung und Heterogenität sind dafür ausgesprochen gut geeignet. Die Hochschulen stehen bei der Ausbildung künftiger Lehrerinnen und Lehrer vor ähnlichen Herausforderungen, verfügen aber an den Standorten über unterschiedliche Expertisen. Diese z.B. in gemeinsamen Lehrveranstaltungen zu bündeln, bietet letztendlich den Studierenden einen Mehrwert.

Wer ist an der Universität Erfurt in das Projekt eingebunden und was geschieht dabei konkret?
Das Projekt ist an die Erfurt School of Education angebunden und richtet sich damit an alle in der Lehrerbildung aktiven Akteure. Beispielsweise begleiten und unterstützen wir die Transformation bestehender Angebote in digitale Formate. Wir haben aber auch ein gänzlich neues Kooperationsseminar im Blended-Learning-Format zwischen Lehrenden der Universität Erfurt und der FSU Jena im Sommersemester koordinierend begleitet. Wer sich für Details interessiert, kann gern mal in den begleitenden Podcast der Lernwerkstatt hineinhören.

Die erste Förderphase läuft Ende 2019 aus – was konnten die Projektbeteiligten denn bislang erreichen?
Durch viele Einzelgespräche mit Lehrenden ist es uns an beiden Hochschulen gelungen, einerseits das Thema Inklusion/Heterogenität aktuell zu halten und andererseits für den Einsatz digitaler Lehr-Lernbausteine zu interessieren. Auch konnten wir die jeweils an beiden Hochschulen vorhandenen Potenziale in diesen Bereichen sichtbarer machen. Es hat sich aber auch gezeigt, dass die Vorbehalte bei Lehrenden z.B. gegenüber neuen Lehr-Lerntools oder Video- und Audioaufnahmen ernstzunehmen sind, um nachhaltig etwas in der universitären Lehre verändern zu können.

Und dieses Ergebnis hat das TMWWDG offenbar so überzeugt, dass es das Projekt erneut mit insgesamt 87.000 Euro – davon 40.000 Euro für die Uni Erfurt – bis 2021 fördern wird. Und auch die Uni Erfurt selbst wird sich wieder mit einem Eigenanteil von 15.000 Euro beteiligen. Welche Ziele haben Sie sich denn für die zweite Förderphase gesteckt?
Genau an dem letzten Punkt wollen wir in der zweiten Phase verstärkt ansetzten. Dass digitale Lehre einen Mehrwert ohne allzu viel Aufwand bieten kann und auch Spaß macht, soll Lehrenden in einem regelmäßigen Austauschformat nähergebracht werden. In einer sogenannten digitalen Tapas-Bar wird es möglich sein, Good-Practice-Beispiel kurz und knapp zu teilen und zu diskutieren. Natürlich wollen wir auch weiterhin kooperative Lehrveranstaltungen anbieten, um Studierenden die Expertisen beider Hochschulen zugänglich zu machen.

Übrigens: Die Universitäten Erfurt und Jena werden die bisherigen Ergebnisse des Projektes am Dienstag, 26. November, im Rahmen einer Veranstaltung im Festsaal des Goethe-Nationalmuseums in Weimar vorstellen. Dabei sollen auch die Chancen des digitalen Lernens an Hochschulen (nicht nur) im Bereich Lehrerbildung mit den Teilnehmer*innen diskutiert werden. Für die Veranstaltung sind noch Anmeldungen bei Dr. Andrea Schmerbauch (E-Mail: andrea.schmerbauch@uni-erfurt.de bzw. Tel.: +49 361 737-1754) möglich.