Dr. med. Eckart von Hirschhausen (Foto: © Det Kempke)

Gastvorlesung von Dr. med. Eckart von Hirschhausen

Gesunde Menschen gibt es nur auf einem gesunden Planeten, weiß Dr. med. Eckart von Hirschhausen. Warum die Klimakrise ein medizinischer Notfall ist – und was jetzt hilft, das erklärt er am Mittwoch, 20. November, im Rahmen einer Gastvorlesung für Studierende und Lehrende an der Universität Erfurt. Beginn ist um 12 Uhr in Hörsaal 5, Ende um 13 Uhr.

Der Lancet Climate Count Down ist sehr klar: Die Klimakrise ist die größte Bedrohung der globalen Gesundheit im 21. Jahrhundert. Der Weltärztebund, die internationalen Akademien der Wissenschaft und auch der Deutsche Ärztetag 2020 sagen einhellig: Die Gesundheitsberufe bekommen heute schon und erst recht in Zukunft die Folgen der Überhitzung „aufgehalst“. Die medizinischen Folgen sind nicht nur die Hitzewellen, auch kommen neue Infektionskrankheiten aus den Tropen zu uns, Allergien nehmen zu und auch auf die psychische Gesundheit und die kognitive Leistungsfähigkeit hat die Hitze konkrete Auswirkungen. Auf viele der Konsequenzen ist das Gesundheitswesen noch kaum vorbereitet. Bislang spielt der konkrete Zusammenhang von Klimakrise und Gesundheit in der politischen Diskussion jedoch kaum eine Rolle. Mit der Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) und der Aktion #healthforfuture am 20. September 2019 demonstrierten nun drei Generationen von Ärzt*innen am Brandenburger Tor und erklärten vor 270.000 Menschen ihre Solidarität mit den Protesten von „Fridays for Future“. Und auch bei der Demo vor der Charité wurde ein Zeichen gesetzt – zusammen mit namhaften Unterstützern.

Die Medizin hat weltweit große Fortschritte gemacht, die Lebenserwartung ist gestiegen, viel weniger Menschen hungern, viel mehr haben Zugang zu Bildung und Wissen. Die Menschen leben gerade so reich, so satt, so sicher wie noch nie in ihrer Geschichte – aber alle diese Fortschritte stehen heute auf dem Spiel. Ärzte haben die Aufgabe, auf Gesundheitsgefahren hinzuweisen, Leben zu schützen und, wenn es sein muss, auch schlechte Nachrichten zu überbringen. Und die schlechte Nachricht heißt: Wir müssen nicht das Klima retten, sondern uns. „Die Symptome und die Diagnose sind klar, was ist jetzt die Therapie?“, fragt Eckart von Hirschhausen. „Die neue Disziplin ‚Planetary Health‘ betont: ‚Gesunde Menschen gibt es nur auf einem gesunden Planeten.‘ Und für uns Ärzte spannend: Viele der anstehenden Maßnahmen haben ‚Co-Benefits‘ für die Gesundheit: Weniger Fleisch zu essen und mehr Fahrrad zu fahren, ist gut für Körper und Erde gleichzeitig!“

In Hirschhausen Vorlesung wird es eine Menge positiver Gedanke und auch viel zu lachen geben – eben typisch Hirschhausen. „’Moonshot‘ heißt das seit der Apollo-Mission, wenn man alle Kräfte auf ein Ziel hin mobilisiert. Dabei sind Pflege und Ärzteschaft wichtig – denn auf die Gesundheitsberufe wird immer noch gehört. Vor 50 Jahren landeten Menschen auf dem Mond. Was war die wichtigste Erkenntnis? Die Teflonpfanne? Nein: der Blick zurück! Seitdem wissen wir, wie schön es auf der Erde ist. Was ist jetzt zu tun, damit wir hier ‚enkeltauglich‘ weiterleben können und nicht zum Mond müssen?“

Die Vorlesung von Eckart von Hirschhausen findet auf Einladung der Professur für Gesundheitskommunikation statt. Der Referent verzichtet auf ein Honorar, bittet aber um eine Spende von fünf Euro für seine Stiftung HUMOR HILFT HEILEN. Diese wird im Vorfeld eingesammelt – Spender werden bevorzugt in den Hörsaal gelassen und bekommen ein Geschenk.

Dr. Eckart von Hirschhausen studierte Medizin und Wissenschaftsjournalismus in Berlin, London und Heidelberg. Seine Spezialität: medizinische Inhalte auf humorvolle Art und Weise zu vermitteln und Lachen mit nachhaltigen Botschaften zu verbinden. Seit mehr als 20 Jahren ist er als Komiker, Autor und Moderator in den Medien und auf allen großen Bühnen Deutschlands unterwegs. Hinter den Kulissen engagiert er sich für mehr gesundes Lachen im Krankenhaus, für Forschungs- und Schulprojekte, ist ein gefragter Redner und Impulsgeber und hat einen Lehrauftrag für Sprache der Medizin. Als Botschafter und Beirat ist er für die „Deutsche Krebshilfe“, die „Stiftung Deutsche Depressionshilfe“, die Mehrgenerationenhäuser und „Phineo“ tätig. Als Schirmherr von „Klasse 2000“, dem Programm gegen Tabakabhängigkeit „Be smart Don´t start“ und mit dem „Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ bringt er zudem gesunde Ideen in den Bildungsbereich. Seit zwei Jahren ist der Klimawandel seine persönliche Priorität, er ist Vertreter von „Scientist for Future“ und unterstützt die Deutsche Alianz Klimawandel und Gesundheit.