Implicit Impact

Förderpreis für „Implicit Impact“

Die Absolventen des Studiengangs Kommunikationswissenschaft der Universität Erfurt haben heute im Rahmen des 18. Projektforums einem Publikum aus Wirtschaft, Medien und Hochschule sowie weiteren Gästen ihre Abschlussarbeiten präsentiert. Dabei wurde auch ein mit 500 Euro dotierter Förderpreis für die beste Bachelor-Arbeit verliehen, der in diesem Jahr erneut vom Erfurter Verein für Kommunikation und Medien e.V. ausgelobt wurde. Mit dem Preis werden alljährlich Projektarbeiten ausgezeichnet, deren theoretische Konzeption und empirische Umsetzung außergewöhnlich gelungen ist und die in besonderem Maße einen Beitrag zur Forschungspraxis leisten.

Preisträger ist diesmal das Team „Implicit Impact“ – bestehend aus Fabian Klaproth, Cera Lohse, Constantin Sittmann, Caroline Meyer, Charlotte Neuwirth, Ann-Kathrin Leclère und Léon Lang. In ihrer Experimentalstudie, die von Prof. Dr. Constanze Rossmann und Prof. Dr. Sven Jöckel betreut wurde, untersuchten sie die Bedeutung impliziter und expliziter Einstellungen für das Verhalten im Umweltkontext. Umweltthemen sind auf der medialen Agenda aktuell sehr präsent; insbesondere das Thema Plastik wird dabei debattiert. Und weil jeder Einzelne durch sein tägliches Verhalten (z.B. Plastikreduktion) zum Umweltschutz beitragen kann, ist es bedeutsam, zu verstehen, woraus bestimmte Verhaltensweisen und Entscheidungen resultieren und welchen Einfluss individuelle Einstellungen darauf haben. Um dies herauszufinden, gaben die Studierenden rund 100 Schülern über fünf Tage hinweg Zeitungsartikel zum Thema Plastik zu lesen. Ein Teil der Gruppe erhielt Artikel, in denen Plastik positiv dargestellt wurde, die andere Gruppe Artikel, in denen Plastik negativ konnotiert war. Mit Hilfe einer Vorher-/Nachher-Messung konnten die Studierenden den Einfluss auf das Verhalten und die Einstellung der Leser durch die Rezeption von Zeitungsartikeln aufzeigen. Die Ergebnisse machen außerdem deutlich, dass das allgemeine Umweltbewusstsein einen hohen Erklärungswert für die Verhaltensintention sowie das Verhalten hat.

Doch auch die anderen im Projektforum präsentierten Arbeiten stießen bei den Gästen auf großes Interesse:

  • Flow of participation: Junge Meinungsführer in politischen Online- und Offline-Kontexten am Beispiel der Europawahl 2019;
  • Covalent: Solidarität ohne Kommunikation? – Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Polarisierung und Fragmentierung von Öffentlichkeit am Beispiel Thüringen;
  • VirtualVax: Virtual Reality in der Impfaufklärung – Die mediale Vermittlung des Prinzips des Gemeinschaftsschutzes;
  • EVAS (Erfurt Voice Assistant Study): „Willkommen zu Hause, Alexa“ – eine explorative Studie zur Aneignung von Sprachassistenten in der häuslichen Sphäre – am Beispiel Amazon Echo und
  • Moralisten: Presse und Politik – Journalisten und Zeitungen im moralpsychologischen Vergleich.

Alle Arbeiten entstanden im Rahmen der „Projektstudienphase“, einem einzigartigen Konzept im deutschen Lehrbetrieb: Über den Zeitraum von einem Jahr wenden Studierende dabei in kleinen Gruppen ihr im Studium erworbenes Wissen zur Lösung von realen oder realitätsnahen Problemstellungen innerhalb der Kommunikationswissenschaft an. Projektpartner sind dabei Medien- und Wirtschaftsunternehmen sowie öffentliche Institutionen und Organisationen.

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre zum 18. Projektforum.