Workshop: „Künstlerischer Ausdruck als anthropologische Kategorie?“

Worin besteht der Ausdrucksgehalt eines Kunstwerkes? Welche Faktoren und Erwartungshaltungen bedingen seine Wahrnehmung und ästhetische Einordnung? Ist künstlerischer Ausdruck als sinnliche Erfahrung künstlerischen Wirkens überhaupt zu kategorisieren und aus anthropologischer Sicht zu erschließen? Inwieweit übt das Verhältnis von Künstler, Interpret und Rezipient sowie von Ausdruck, Sinn und Substanz Einfluss auf die künstlerische Ausdruckskraft aus? In welchem anthropologischen Rahmen entfaltet sich die Wahrnehmung eines künstlerischen Ausdrucksgehaltes und kann sich dessen Wirkungsweise unabhängig von einem solchen Rahmen vollziehen? Ein Workshop unter dem Titel „Künstlerischer Ausdruck als anthropologische Kategorie?“, zu dem das Research Centre „Dynamik ritueller Praktiken im Judentum in pluralistischen Kontexten von der Antike bis zur Gegenwart“ am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt am 28. November einlädt, will diesen Fragen nachgehen.

Die Eröffnung der interdisziplinär ausgerichteten Veranstaltung liegt in den Händen von Prof. Dr. Andreas Dorschel (Universität für Musik und Darstellende Kunst Graz), der in seinem Beitrag nach der Plausibilität einer Anthropologie des musikalischen Ausdruckes fragen wird. Dorschel schreibt dazu: „Der ästhetische Charakter expressiver Musik erschließt sich erst von einer Geschichte statt einer Anthropologie des musikalischen Ausdrucks her.“ Daran anknüpfend möchte der Workshop die Thematik mit wissenschaftlichen, an der Fragestellung orientierten Einblicken in unterschiedliche künstlerische Bereiche (Musik, Malerei, Literatur, Theater usw.) sowie philosophischen, kulturwissenschaftlichen und kunsthistorischen Diskursen vertiefen.

Der Workshop wird von Prof. Dr. Jascha Nemtsov (Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar/Universität Potsdam) und Jasmin Kutzner vom Research Centre „Dynamik ritueller Praktiken im Judentum in pluralistischen Kontexten von der Antike bis zur Gegenwart“ organisiert. Der Call for Papers richtet sich an alle Wissenschaftler aus den Bereichen Philosophie, Musik-, Theater-, Kultur- und Literaturwissenschaft sowie Kunstgeschichte, Theologie und Religionswissenschaft, die sich mit dem oben beschriebenen theoretischen Rahmen in Case Studies auseinandergesetzt haben oder in diesem Workshop auseinandersetzen wollen. Bewerbungen (kurzer Lebenslauf mit relevanten Veröffentlichungen + Abstract) werden ab sofort entgegengenommen. Abstracts – nicht länger als 300 Wörter – sollten bis zum 15. Juli 2019 an Jasmin Kutzner (jasmin.kutzner@uni-erfurt.de) gesandt werden.

Hintergrund:
Das Research Centre befasst sich seit November 2015 mit den Veränderungen ritueller Praktiken im Judentum und ihren Beschreibungen, Historisierungen und Deutungen. Es führt regelmäßige Tagungen, Workshops und Gastvorlesungen durch, zu denen Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler aus aller Welt eingeladen werden.