Ausstellung "Göttliche Kunst"

Sonderveranstaltung zum „geräucherten Schlotfegerlehrling“

Die Forschungsbibliothek Gotha und die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha laden alle Interessierten am Montag, 17. Juni, zu einer besonderen Veranstaltung ein: Unter dem Titel „Der geräucherte Schlotfegerlehrling von Schloss Friedenstein. Die Legende und ihre wahren Hintergründe“ wird der Präparator Ronald Bellstedt (Stiftung Schloss Friedenstein Gotha) um 17 Uhr im Spiegelsaal auf Schloss Friedenstein jenes anatomische Trockenpräparat ausführlich vorstellen, das in Gotha unter dem Namen „geräucherter Schlotfegerlehrling“ bekannt und derzeit in der Ausstellung „Eine göttliche Kunst. Medizin und Krankheit in der Frühen Neuzeit“ in der Forschungsbibliothek Gotha zu sehen ist.

Es handelt sich hierbei um ein Ganzkörper-Trockenpräparat eines etwa zehnjährigen Mädchens, das durch ein besonderes Konservierungsverfahren haltbar gemacht wurde. Das Präparat stammt wohl aus dem Umkreis des holländischen Arztes Frederik Ruysch (1638–1731) und wurde 1723 von Herzog Friedrich II. von Sachsen-Gotha-Altenburg für die Herzogliche Kunstkammer erworben. Der Leichnam ist mit einer besonderen Präparationstechnik bearbeitet worden, um in den Organen die Gefäßaufzweigung und -verteilung darstellen und anatomisch erkunden zu können. Hierbei wurde u.a. eine Injektionsmasse aus Rindertalg zusammen mit dem Farbstoff aus Zinnober in die Adern und Venen eingebracht. Auch wurden die Muskelstränge und Sehnen freigelegt und konserviert.

Ronald Bellstedt wird am Präparat, das heute in den naturkundlichen Sammlungen der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha bewahrt wird, die Präparationstechnik vorstellen und weitere Einblicke in dieses herausragende und überaus seltene Zeugnis der anatomischen Wissenschaftsgeschichte geben. Er wird außerdem erklären, wie es zu der Legende des geräucherten Schlotfegerlehrlings gekommen ist.

Die Anzahl der Teilnehmer ist auf 25 Personen begrenzt. Deshalb wird eine schriftliche Anmeldung unter veranstaltungen.fb@uni-erfurt.de empfohlen. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen / Kontakt:
Dr. Sascha Salatowsky
Tel. +49 (0) 361/737 5562
E-Mail: sascha.salatowsky@uni-erfurt.de