Ausstellung "Göttliche Kunst"

Vortrag zu Pest und Kunst im frühneuzeitlichen Venedig

Im Rahmen ihrer Ausstellung „Eine göttliche Kunst. Medizin und Krankheit in der Frühen Neuzeit“ lädt die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt am Mittwoch, 22. Mai, erneut zu einem öffentlichen Vortrag in den Spiegelsaal auf Schloss Friedenstein ein. Prof. Dr. Dr. Klaus Bergdolt spricht darin über „Pest und bildende Kunst im Venedig der Renaissance“. Beginn ist um 18.15 Uhr.

Der Vortrag thematisiert die vielfältigen Spuren, welche die Erfahrung der Pest in der Malerei und Bildhauerei Venedigs über die Jahrhunderte hinweg hinterlassen hat. Die großen Pestwellen 1348, 1576 und 1630 weckten früh das Interesse weltberühmter Künstler. Die Förderung der Verehrung des Hl. Rochus und des Hl. Sebastian, aber auch die variantenreiche Thematik tödlicher Gefahr beeinflussten die repräsentative Ikonografie, nicht nur in den Kirchen, über Jahrhunderte. Die Pest prägte die Kunst der Stadt keinesfalls nur am Rande. Im Gegenteil: Sie war eines der wichtigsten Themen ihrer Geschichte, und damit auch der weltberühmten Kunst Venedigs.

Vor dem Vortrag findet um 17 Uhr eine Sonderführung durch die Ausstellung statt. Der Eintritt ist frei; um eine Spende für den Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V., der die Reihe großzügig unterstützt, wird jedoch gebeten.

Der Referent:
Klaus Bergdolt ist ein renommierter Medizin- und Kunsthistoriker. Er studierte Medizin in Tübingen, Wien und Heidelberg. 1975 erfolgte die Promotion zum Dr. med. Anschließend arbeitete er als Assistent an der Universitätsklinik Heidelberg, wo er 1981 seine Facharztausbildung zum Augenarzt erfolgreich abschloss. Von 1981 bis 1986 folgte ein weiteres Studium in Geschichte, Kunstgeschichte, Christliche Archäologie und Religionswissenschaften in Heidelberg und Florenz. 1986 wurde er in Heidelberg zum Dr. phil. promoviert. 1989 erfolgte in Würzburg die Habilitation für Medizingeschichte zum Thema „Arzt und Krankheit bei Petrarca“. Von 1990 bis 1995 war Bergdolt Direktor des Deutschen Studienzentrums in Venedig, von 1995 bis 2014 ordentlicher Professor für Geschichte und Ethik der Medizin und Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin an der Universität zu Köln. Gastvorträge und Gastprofessuren führten ihn in dieser Zeit an zahlreiche Universitäten des In- und Auslands. Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit sind die Pest- und Seuchengeschichte, das gesunde Leben (Diätetik), die Geschichte der ärztlichen Ethik sowie die Medizin- und Kulturgeschichte des Spätmittelalters und der Renaissance, hier besonders in Italien und Venedig. Zu den zahlreichen Buchveröffentlichungen, die zum Teil in mehrere Fremdsprachen übersetzt worden sind, sind besonders die Monographien „Der Schwarze Tod in Europa. Die große Pest und das Ende des Mittelalters“ (1994), „Leib und Seele – Eine Kulturgeschichte des gesunden Lebens“ (1999) sowie „Die Pest. Geschichte des Schwarzen Todes“ (2006) zu erwähnen.

Weitere Informationen / Kontakt:
Dr. Sascha Salatowsky
Tel. +49 (0) 361/737-5562
E-Mail: sascha.salatowsky@uni-erfurt.de