Pilotstudie: „Männer in die Grundschule“

Das Teaching Talent Center an der Universität Erfurt hat eine kleine Pilotstudie zur Bedeutung des Geschlechts für den (Grundschul-)Lehrberuf durchgeführt. Dabei ging es insbesondere um die Fragen, ob das Geschlecht einen Einfluss auf Berufswahlmotive hat und inwiefern das Verhalten von Lehrkräften in fiktiven Schulalltagssituationen in Abhängigkeit von deren Geschlecht unterschiedlich beurteilt wird. An der Studie nahmen 41 Studierende im Master of Education der Uni Erfurt teil, davon 68% Frauen.

Die Studie konnte die erwarteten Effekte größtenteils bestätigen. Es wurde deutlich, dass Lehramtsstudierende unabhängig von ihrem Geschlecht dieselben Motive zur Wahl ihres Studiums nennen. Ein Befund, der für Aktionen und Maßnahmen, die den Zweck haben, Männer für den Grundschullehrberuf zu begeistern, nicht unerheblich ist. Dagegen zeigen die Studienergebnisse deutliche Unterschiede in der Beurteilung der Angemessenheit des Verhaltens von männlichen und weiblichen Lehrpersonen. So wird es beispielsweise als angemessen beurteilt, wenn eine Lehrerin eine Schülerin zum Trostspenden in den Arm nimmt. Bei einem Lehrer wird laut der Studie dieselbe Reaktion als wesentlich weniger angemessen beurteilt. Dies bestätigt die Annahme, dass männliche Lehrpersonen im Grundschullehrberuf mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sind.

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