Prof. Dr. Stefan Reif

Gastvortrag von Stefan Reif beim Workshop „Food and Eating“

Im Rahmen des Workshops „Food and Eating: Ritual and Social Aspects in Jewish Communities from Antiquity to Early Modern Europe“ begrüßt das Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt am 16. Mai Stefan Reif zu einem Gastvortrag. Der emeritierter Professor für mittelalterliche hebräische Studien am St. John’s College der University of Cambridge, der unter anderem durch seine Forschungen zu den Funden aus der mittelalterlichen Kairoer Genizah bekannt ist, gibt einen Überblick über Speiserituale in der Geschichte der jüdischen Liturgie.

Reif, der die Genizah Research Unit an der Cambridge University Library gegründet und ihr mehr als 30 Jahre als Direktor vorstand, ist auch durch seine lebendigen Vorträge und vielfältige Publikationen in Europa, Israel und Nordamerika bekannt. Sein letztes Buch Jews, Bible and Prayer wurde 2017 veröffentlicht und ist bereits jetzt ein Klassiker. Sein Vortrag in Erfurt findet in englischer Sprache statt und beginnt um 18 Uhr in der Kleinen Synagoge.

Er bildet zugleich die Basis für den Workshop, der gemeinsam von Prof. Dr. Katrin Kogman Appel vom Institut für jüdische Studien an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und PD Dr. Claudia D. Bergmann vom Research Centre „Dynamik ritueller Praktiken im Judentum in pluralistischen Kontexten von der Antike bis zur Gegenwart“ veranstaltet wird. Der Workshop untersucht exemplarisch rituelle und lyrische Texte, in denen es um Rituale des Speisens geht und findet am 16. und 17. Mai im Bildungshaus St. Ursula in englischer Sprache statt.

Welche Formen und Anlässe rituellen Speisens gab es in jüdischen Kontexten von der Antike bis ins frühmoderne Europa? Wie wird in lyrischen und rituellen jüdischen Texten dieser Zeitperiode vom Mahlhalten gesprochen? Welche sozialen und gemeinschaftlichen Aspekte haben das Vorbereiten von Lebensmitteln und das gemeinsame Verspeisen derselben? Wie wurden die Vorstellungen vom rituellen Speisen aus antiker Literatur in die mittelalterliche Kultur hinein transferiert? Auf all diese Fragen soll der Workshop Antworten finden. Dabei werden Rituale der Lebenszyklen wie zum Beispiel Verlobung und Trauerrituale, antike und mittelalterliche jüdische Texte aus den Bereichen der Lyrik und der Liturgie, Texte aus der Rechtskultur, aber auch mittelalterliche Zeugnisse zu Verhandlungen zwischen jüdischen und christlichen Metzgern zur Sprache kommen. Referieren werden Wissenschaftler aus Israel, den USA und Deutschland, darunter Adi Namia-Cohen (Hebrew University), Shalem Yahalom (Ariel University), Laura Lieber (Duke University), Sima Hurwitz (Tel Aviv University), Rachel Furst und Sophia Schmitt (beide LMU München), Jörn Christophersen (Goethe-Universität Frankfurt) sowie Susanne Härtel (Universität Potsdam).

Sowohl der Workshop als auch Stefan Reifs Vortrag sind öffentlich, es wird jedoch um Anmeldung bei Claudia Bergmann (claudia.bergmann@uni-erfurt.de) gebeten.