Lehrgebaeude 4

Ausstellung: „Brehms Tierleben – und seine antiken Vorläufer“

Studierende des Studium Fundamentale zeigen am morgigen Dienstag, 22. Januar, im Foyer des Lehrgebäudes 4 an der Universität Erfurt eine kleine Ausstellung über „Brehms Tierleben – und seine antiken Vorläufer“. Sie wird dann ab dem Frühjahr in der Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf / Thüringen zu sehen sein.

Für seine „Persönliche Bibliothek“ der Weltliteratur wählte der große argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges nur drei antike Schriften aus: die „Historien“ des Herodot, die „Aeneis“ des Vergil und das „Tierleben“ des Claudius Ailianos. Borges begründete seine Vorliebe für dieses Werk wie folgt: „Nach vielen Jahrhunderten ist dieser Traktat gleichzeitig unverantwortlich und entzückend.“ Unverantwortlich wäre es in der Tat, wenn man in Ailianos’ „Tierleben“ eine korrekte, aus erster Hand gearbeitete Darstellung der antiken Tierwelt sähe. Vielmehr bietet Ailianos ein ebenso buntes wie aufschlussreiches und oft entzückendes Bild der Vorstellungen antiker Autoren über die Welt der Tiere. Uns begegnen Eintagsfliegen und Ameisen, Drachen und Meeresungeheuer, liebestolle Fische und mono­game Tauben, treue Hunde und rechenkundige Rinder, betende Elefanten und wundersame Einhörner. Alfred Brehm (1829-1884) kannte das Werk und zog es für sein berühmtes „Tierleben“ heran.

Im Studium Fundamentale haben die Studierenden im Wintersemester Ailianos‘ und Brehms Tierleben studiert, die aus den Werken deutliche Auffassung von Tier und Mensch herausgearbeitet und die Ergebnisse für eine kleine Ausstellung in der Brehm-Gedenkstätte aufbereitet. Bevor sie dort zu sehen ist, präsentieren die Studierenden sie morgen Abend um 19 Uhr im Lehrgebäude 4.