Erfurter Dom

IFR-Ringvorlesung: „Gender und Religion in Reality Shows“

In der nächsten Veranstaltung der öffentlichen Ringvorlesung „Religion und Gender“ des Interdisziplinärten Forums Religion an der Universität Erfurt spricht am Mittwoch, 21. November, Prof. Dr. Marie-Thérèse Mäder aus München zum Thema „Zwischen privat und öffentlich: Zum Verhältnis von Gender und Religion in Reality Shows“. Beginn ist um 12.15 im Coelicum, Domstraße 10. Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Realityshows verfolgen unter anderem das Ziel, die Grenzen zwischen privat und öffentlich auf unterhaltsame Weise zu verwischen, indem sie (meistens nicht ganz) alltägliche Menschen in privaten Situationen inszenieren und im medialen Rampenlicht der Öffentlichkeit präsentieren. Religion erweist sich dabei als beliebtes Thema, wie zahlreiche Produktionen zeigen. Den Zuschauerinnen als Hauptkonsumierende von Realityshows werden oftmals Lebensstile gezeigt, die von den traditionellen Lebensmodellen abweichen wie z.B. soziale Randgruppen oder alternative Familienkonstellationen. Der Einblick in polygame Familienstrukturen erweist sich dabei als besonders beliebt, was sich in einer Vielzahl an Produktionen zu diesem Thema ausdrückt Der Vortrag beleuchtet am Beispiel der Realityshow Sister Wives (Dt. Titel: Alle meine Frauen, TLC 2010–heute) das Verhältnis von Gender und Religion. Es wird danach gefragt, inwiefern die Show private und öffentliche Dimensionen binärer Geschlechterrollen festigt oder sogar hinterfragt. In die Überlegungen werden der Produktions- und Konsumptionskontext einbezogen und anhand von Ausschnitten aus der Serie diskutiert.