Erfurter Dom bei Nacht

Gastvortrag: Konfessionslosigkeit als Normalzustand christlicher Diaspora

Um Konfessionslosigkeit als Normalzustand christlicher Diaspora geht es in einem öffentlichen Gastvortrag des Kirchenhistorikers Klaus Fitschen, zu dem das Theologisches Forschungskolleg der Universität Erfurt am Dienstag, 13. November, alle Interessierten herzlich einlädt. Beginn ist um 19.15 Uhr im Coelicum, Domstraße 10.

Keiner Kirche anzugehören ist in Ostdeutschland aufgrund politischer und gesellschaftlicher Zwänge in der DDR schon seit Jahrzehnten selbstverständlich. In Westdeutschland wird es immer selbstverständlicher. Was sind die Gründe für diese Entwicklung? Der Leipziger Kirchenhistoriker Prof. Dr. Klaus Fitschen geht dem in einer Gastvorlesung auf Einladung des Theologischen Forschungskollegs an der Universität Erfurt nach. Ihr Thema lautet „Ohne Konfession: OK! Die Entstehung des Normalzustandes christlicher Diaspora in Deutschland“. Konfessionslosigkeit ist für Fitschen in ganz Deutschland und in Westeuropa die Folge eines Prozesses, der schon seit mehr als 100 Jahren wirksam ist und das Christentum konfessionsübergreifend in eine Minderheitenexistenz führt. Ob sich diese noch immer mit dem theologisch aufgeladenen Diaspora-Begriff beschreiben lässt, ist für den Theologen allerdings fraglich.

Klaus Fitschen hat an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig den Lehrstuhl für Neuere und Neueste Kirchengeschichte inne. Er ist Mitglied der Historischen Kommission des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbunds und gehört der Kommission der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte an. Zudem arbeitet er in der Expertengruppe „Theologie der Diaspora“ der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa mit.