Öffentlicher Workshop zu Religion und Gewalt

Anlässlich des „Kongresses des Parlamentes der Religionen der Welt“, der vom 1. bis 7. November in Toronto zum Thema „For a more just, peaceful and sustainable world” stattfindet, lädt das Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt am 1. November zu dem öffentlichen Workshop „Exodus der Religionen aus der Gewalt“ in die Kleine Synagoge Erfurt ein. Um Anmeldung wird gebeten bis 25. Oktober bei Diana Püschel unter diana.pueschel@uni-erfurt.de.

Eines der bedrängendsten Probleme in der Bemühung um ein gemeinsames Ethos der Religionen der Welt ist die Gewalt, die sich auf Wurzeln in der Entstehung und in der Entwicklung von Religionen zu stützen scheint. Die Erzählung „Exodus“ ist dabei nur ein Beispiel für Gewalt und Gegengewalt. Die Kreuzzüge und der Dschihadismus werden ebenfalls oft angeführt. Keiner Religion scheint es von sich aus zu gelingen, die Abstützung der Gewalt auf religiöse Symbole und Erwählungsgeschichten abzubauen und ihren Ursprung, ihre Praxis und ihre Zukunft mit einem Ethos der Gewaltminimierung zu verbinden. Freilich wurde und wird immer wieder versucht, Gewaltpotentiale religiös zu minimieren: in der Überprüfung und Weiterentwicklung sowie der Umdeutung von Entstehungsgeschichten; in Liturgien und Ritualen; in einer Toleranzkultur, die immer wieder in besonderen Konstellationen möglich war; in der Entwicklung der Menschenrechte, wie der Religionsfreiheit; in Rechtsstrukturen, die gewalttätige Impulse einzäunen.

Die Bemühungen des „Parliament of the World´s Religions“ seit 1989, ein religiöses „Weltethos“ als „Global Ethic“ zu entwickeln, werden oft durch die Fakten gewalttätiger Auseinandersetzungen konterkariert. Wie kann historische, interdisziplinäre und interreligiöse Zusammenarbeit dazu beitragen, religiös potenzierte Gewaltpotentiale abzubauen? Dieser Fragestellung widmen sich die Vorträge dieser Veranstaltung.

Programm:

10.30 Uhr | Prof. Dietmar Mieth: Einführung in das Thema und Vorstellung der Referenten

10.45 Uhr | Sibylle Lewitscharoff: „Die Verantwortung von Literatur und Religion gegenüber der Gewalt“

11.45 Uhr | Dietmar Mieth: „Strategien der Gewaltminimierung im Umgang mit religiösen Erwählungsgeschichten“

13.30 Uhr | Mittagspause

14.30 Uhr | Jörg Rüpke: „Gewaltdarstellung und Gewaltminimierung im religiösen Ritual“

15.30 Uhr | Hartmut Rosa: „Gewaltminimierung durch Resonanz?“

16.30 Uhr | Schlussdiskussion mit den Referenten unter Leitung von Antje Linkenbach: Auswirkungen auf die politische Praxis?

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Dietmar Mieth
Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt
dietmar.mieth@uni-erfurt.de