Bücher

Neue Publikation: „Radikale Frühaufklärung in Deutschland 1680-1720“

Im Wallstein Verlag erscheint im September mit Martin Mulsows neuem Buch „Radikale Frühaufklärung in Deutschland 1680-1720“ eine atemberaubend erzählte Ideengeschichte.

Mulsow, der Direktor des Forschungszentrums Gotha der Universität Erfurt htte bereit 2002 mit „Moderne aus dem Untergrund“ eine Veröffentlichung vorlegelgt, die schnell zu einem Standardwerk der Aufklärungsforschung wurde und für einen Schub neuer Denkanstöße sorgte. Der Kulturwissenschaftler legt nun eine grundlegende Überarbeitung und Erweiterung vor. Sein Buch bietet in zwei Bänden eine umfassende Bestandsaufnahme des radikalen Denkens, das sich in Deutschland um 1700 entwickelt hat. Mulsow verfolgt die „clandestine“ – nur in Handschriften oder anonymen Traktaten verbreitete – Wissensproduktion mit detektivischem Spürsinn in jüdischen Polemiken gegen das Christentum, medizinischen Dissertationen, naturrechtlichen Debatten, gelehrten Religionsgeschichten, atheistischen Pamphleten und politischen Traktaten. Er korrigiert das gängige Bild der Aufklärung, indem er zeigt, wie mit neuen Gedanken experimentiert und gespielt worden ist und kleine Gruppen den Mut besaßen, freiwillig oder unfreiwillig den Stein der Veränderung ins Rollen zu bringen.

Das Buch wird am 27. September um 15.30 Uhr im Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt vorgestellt.

Martin Mulsow
Radikale Frühaufklärung in Deutschland 1680-1720
(Bd.1: Moderne aus dem Untergrund Bd.2: Clandestine Vernunft)
Wallstein Verlag 2018
ISBN: 978-3-8353-1991-2
zus. 1126 Seiten
59,90 EUR