Wohnsiedlung

Nachbarschaft als Motor religiöser Veränderungen

Kleinräumige Stadtviertel und nachbarschaftliche Offenheit wie Wettstreit unter Nachbarn sind wichtige Faktoren in der Entwicklung des frühen Christentums, aber auch anderer Religionen gewesen. Das ist das Ergebnis einer Tagung, die das Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt jetzt mit internationalen Spezialisten veranstaltet hat. Organisiert wurde die Tagung von Dr. Emiliano Urciuoli (Erfurt) und Prof. Harry Maier (Vancouver).

Zugänglichkeit von Architektur, Vergleichbarkeit von Formen der Geselligkeit und Dienstleistungen (Zukunftsprognose, Lebensberatung, Heilung) sind hier sichtbar und wichtig. Das führt dazu, dass Menschen mit religiösen Ideen und Techniken hier Gleichgesinnte oder Kunden suchen – und sich in Angebot wie Organisation aneinander annähern. Langfristig entstand so in den Nachbarschaften antiker Städte das, was wir heute als „Religionen“ bezeichnen.

„Die Ergebnisse der Tagung waren sehr viel weitreichender, als wir erwartet hatten“, freut sich Prof. Jörg Rüpke, Leiter der Arbeitsgruppe zur Rolle der Stadt in der antiken Religionsgeschichte, die nun im Rahmen der neuen Kolleg-Forschungsgruppe Urbanität und Religion gemeinsam mit Prof. Susanne Rau fortgeführt wird.