Gewinner des Förderpreises: "Die SeismografInnen"

Förderpreis für „SeismografInnen“

Zum inzwischen 17. Projektforum hatten jetzt die Absolventen des Studiengangs Kommunikationswissenschaft der Universität Erfurt eingeladen. Im Kommunikations- und Informationszentrum (KIZ) auf dem Campus präsentierten sie ihre Abschlussarbeiten vor einem Publikum aus Wirtschaft, Medien und Hochschule sowie weiteren Gästen. Dabei wurde auch ein mit 500 Euro dotierter Förderpreis verliehen, der vom Erfurter Verein für Kommunikation und Medien e.V. ausgelobt wurde. Mit dem Preis, der von der Mediengruppe Thüringen unterstützt wird, werden Projektarbeiten ausgezeichnet, deren theoretische Konzeption und empirische Umsetzung außergewöhnlich gelungen ist und die in besonderem Maße einen Brückenschlag zur Forschungspraxis leisten.

Preisträger ist diesmal das Team „Die SeismografInnen“ mit der Arbeit „Extremgruppen als Risikofaktor in der Gesellschaft? – Eine Analyse der Wechselwirkungen von Kommunikation und wahrgenommenem Risiko am Beispiel einer neurechten Bewegung“, die von Prof. Dr. Patrick Rössler betreut wurde. In ihrer Studie widmeten sich die Studierenden – Robin Schröer, Hannah Hirschler, Sophia Lammering, Jan Kube, Leonie Purrucker, Sofia Orfanidis, Winona Fischer und Paula Schöberlein – dem Einfluss medialer Berichterstattung in Bezug auf die Risikowahrnehmung gegenüber rechtsradikalen Gruppierungen. Anhand des Beispiels der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ wollte sie herausfinden, ob Menschen ein Risiko ausgehend von jener Extremgruppe wahrnehmen und inwiefern daraus Verhaltensintentionen resultieren. Für ihre Untersuchung haben die Studierenden unter anderem eine Online-Befragung durchgeführt.

Auch die anderen im Projektforum präsentierten Arbeiten stießen bei den Gästen auf großes Interesse. Dabei ging es um:

  • die Selbst- und Fremdwahrnehmungen Jugendlicher bei ausgeprägter Nutzung von Online-Medien;
  • soziale Medien und Depression;
  • das Bild von Namibia in unseren Köpfen;
  • Zukunftsängste durch dystopische Unterhaltungsmedien;
  • sexuelle Gewalt in der Presseberichterstattung;
  • die Darstellung des islamistischen Terrors im Spielfilm und
  • die Liveberichterstattung in Verbindung mit Attentaten.

Alle Arbeiten entstanden im Rahmen der „Projektstudienphase“, einem einzigartigen Konzept im deutschen Lehrbetrieb: Über den Zeitraum von einem Jahr wenden Studierende dabei in kleinen Gruppen ihr im Studium erworbenes Wissen zur Lösung von realen oder realitätsnahen Problemstellungen innerhalb der Kommunikationswissenschaft an. Projektpartner sind dabei Medien- und Wirtschaftsunternehmen sowie öffentliche Institutionen und Organisationen.

Nähere Beschreibungen der einzelnen Projekte finden Sie in unserer Broschüre.