Fachtag Digital Humanities in Thüringen

Unter dem Titel „Daten vernetzen, Ressourcen verknüpfen. Neue Herausforderungen für den digitalen Wandel (nicht nur) in Thüringen“ lädt das Netzwerk für digitale Geisteswissenschaften und Citizen Science der Universität Erfurt in Kooperation mit dem Forschungsverbund Marbach-Weimar-Wolfenbüttel und dem DHnet Jena am Donnerstag, 9. August, zu einem Fachtag „Digital Humanities in Thüringen“ ein. Beginn ist um 9 Uhr im Spiegelsaal der Forschungsbibliothek Gotha auf Schloss Friedenstein. Anmeldungen sind bis zum 20. Juli möglich.

Geisteswissenschaften und sammlungshaltende Institutionen wie Bibliotheken, Archive und Museen befinden sich im Zuge des digitalen Wandels in grundlegenden Veränderungsprozessen. Die Digital Humanities haben sich dabei als ein dynamisches Feld entwickelt, das den Herausforderungen der Digitalisierung begegnet. Immer deutlicher zeigt sich allerdings ein Bedarf an nachhaltigen, übergreifenden und vernetzten Lösungen. Denn gerade die wachsende Bedeutung der Digital Humanities und die beständig steigende Zahl von Einzelprojekten erfordern es, Ressourcen bzw. digitale Daten projekt- und institutionenübergreifend zu verbinden.

Auf wissenschaftspolitischer Ebene wird deshalb schon länger Vernetzung und Nachnutzbarkeit eingefordert, damit die forschungsorientierte Weiterverarbeitung und Auswertung digitaler Daten gewährleistet wird. Neben einer forschungsgeleiteten Vernetzung von Daten ist die Zusammenführung digitaler Ressourcen aber auch vielfach institutionell begründet. Größere Einzelinstitutionen und institutionsübergreifende Verbünde verfügen oft über heterogene Datenbestände, die projekt- und disziplingebunden entstanden sind. Benötigt werden hier integrative Lösungen, die eine übergreifende Recherche und einheitliche Präsentation ermöglichen.

Die Zusammenführung von Daten bringt vielfältige Herausforderungen mit sich. So verlangt die gewünschte Interoperabilität und Vernetzung von Daten aus unterschiedlichen Quellsystemen neue Strategien im Normdatenmanagement, der Standardisierung und Modellierung von Metadaten sowie der Nutzung von Linked Open Data. Entsprechende Discovery-Systeme müssen für diese neuen Anforderungen entwickelt werden. Zudem besteht vielfach juristischer Klärungsbedarf, da mit den jeweiligen Ressourcen unterschiedliche Open-Access-Policies verbunden sind. Wie bei allen DH-Projekten müssen zudem Fragen nach Serverleistung, Datenhosting und Langzeitarchivierung sowie nach personellen Ressourcen für Entwicklung und Wartung beantwortet werden.

Der Fachtag will den Austausch über die hier benannten Herausforderungen ermöglichen und dabei nicht zuletzt dazu beitragen, regionale Entwicklungen aufeinander abzustimmen.

Programm

Weitere Informationen / Kontakt:
Dr. Hendrikje Carius
Tel.: +49 361 737-5532
E-Mail: hendrikje.carius@uni-erfurt.de

Dr. habil. Julia A. Schmidt-Funke
Tel.: +49 361.737-1601
E-Mail: julia.schmidt-funke@uni-jena.de

Bildnachweis: „Eberhard Schrammen: Fleißige Hände beim Knüpfen, 1930er Jahre. Bildnachweis: Klassik Stiftung Weimar, Museen“.