Gastvorlesung von Prof. Dr. Walter Lesch: „Europa als Hoffnung und als Feindbild“

An Europa scheiden sich die Geister. Die spontanen Reaktionen auf das unvollendete Projekt eines transnationalen Politik- und Wirtschaftsraums schwanken zwischen grenzenloser Begeisterung und aggressiv vorgetragener EU-Schelte. Der katholische Theologe Prof. Dr. Walter Lesch, der als Sozialethiker an der Université catholique de Louvain im belgischen Louvain-la-Neuve forscht und lehrt, befasst sich seit langem mit populistischer Europa-Kritik. Auf Einladung des Theologischen Forschungskollegs an der Universität Erfurt hält er nun einen Vortrag zum Thema „Europa als Hoffnung und als Feindbild. Populistische Europa-Kritik auf dem Prüfstand“. Lesch wird insbesondere die Position der christlichen Kirchen untersuchen. Es ist auffällig, dass sich diese relativ früh mit den positiven Seiten der europäischen Friedensidee identifiziert haben. In der Auseinandersetzung mit populistischer Europa-Kritik gilt es, so die These von Lesch, diese Position erneut zu begründen und zu entfalten. Die öffentliche Gastvorlesung findet am Donnerstag, 24. Mai 2018, um 19.15 Uhr im Coelicum, Domstr. 10, statt.

Walter Lesch befasst sich vor allem mit Grundlagenfragen der Moralphilosophie, speziellen Themen der Sozialethik (Politik und Wirtschaft) sowie ethischen Aspekte der Kultur- und Religionswissenschaft. Als Mitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Biomedizinische Ethik (SGBE) ist er seit deren Gründung 1989 im Bereich medizinischer Ethik engagiert. An der Universität Erfurt war Lesch bereits als Gastwissenschaftler tätig.