Workshop: „Schwangerschaften, Geburten und Religionen“

Das Research Centre „Dynamik ritueller Praktiken im Judentum“ am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt lädt vom 31. Januar bis 1. Februar 2019 zu einem Workshop unter dem Titel „Schwangerschaften, Geburten und Religionen“ ein. Jetzt ist der Call-for-Papers gestartet.

Alle Menschen wurden von einer Frau auf die Welt gebracht. Diese scheinbar so einfache Aussage fächert sich weit auf, betrachtet man Schwangerschaften und Geburten mit Bezug auf Religionen und in einer langen historischen Perspektive. Entstand die Schwangerschaft auf natürliche Weise oder mithilfe moderner Technologien? Welche Art von „Mutter“ war beteiligt: eine Spenderin von Eizellen oder eine Leihmutter? Wo sind Adoptionen und Kinderlosigkeit einzuordnen? Inwieweit beeinflussten und beeinflussen (männliche) religiöse Autoritäten und religiöse Rituale die Art und Weise, wie diese Fragen beantwortet und durch Frauen beurteilt werden?

Der Workshop „Pregnancies, Childbirths, and Religions: Rituals, Normative Perspectives, and Individual Appropriations. A Cross-Cultural and Interdisciplinary Perspective from Antiquity to the Present“, der Anfang kommenden Jahres am Max-Weber-Kolleg stattfindet, will diesen Fragen nachgehen. Ziel des Workshops ist es, zu untersuchen, wie religiöse Sprache und religiöses Denken sowie Rituale die Geburtsarbeit von Frauen beeinflusst haben. Zur Sprache kommen Vorstellung von Schwangerschaft als göttliches Geschenk, als Jungfrauengeburt und als Grund ritueller Verunreinigung. Gefragt werden soll auch nach dem Verhältnis von männlichem religiösen Denken und weiblichen Handeln. Inwieweit beeinflussen männliche religiöse Autoritäten den Blick der Frauen auf Schwangerschaft und Geburt und damit auf sich selbst? Inwieweit diktieren religiöse Autoritäten die Rituale, die mit Schwangerschaft und Geburt verbunden sind? Gibt es Unterschiede zwischen den Religionen, die von männlichen Autoritäten oder von weiblichen Autoritäten dominiert werden?

Der Workshop wird von Dr. Giulia Pedrucci, Fellow im Max-Weber-Kolleg COFUND-Programm, organisiert. Der Call-for-Papers ergeht an alle Wissenschaftler, die sich mit dem oben beschriebenen theoretischen Rahmen in Fallstudien auseinandergesetzt haben. Der Workshop findet in englischer Sprache statt, Abstracts – nicht länger als 300 Wörter – sollten bis zum 10. Mai 2018 an Dr. Giulia Pedrucci oder Dr. Claudia D. Bergmann gesandt werden.

Weitere Informationen / Kontakt:
Dr. Claudia D. Bergmann
E-Mail: claudia.bergmann@uni-erfurt.de