Dr. Jörg Brauns

„Einer für die längeren Strecken…“: Dr. Jörg Brauns ist neuer Kanzler der Universität Erfurt

„Wir haben eine gute Wahl getroffen“, sagt Prof. Dr. Walter Bauer-Wabnegg, der Präsident der Universität Erfurt. Und meint Dr. Jörg Brauns, der im Dezember 2017 vom Hochschulrat zum neuen Kanzler der Universität Erfurt gewählt wurde. Brauns hat zum 1. März 2018 die Nachfolge von Jan Gerken angetreten, der die Uni Ende Januar 2018 nach knapp vier Jahren verlassen hat, um neuer Kanzler an der Universität Stuttgart zu werden. „WortMelder“ sprach mit ihm über seine Ambitionen…

Herr Dr. Brauns, was hat sie am Amt des Kanzlers der Universität Erfurt gereizt?
An dieser Aufgabe reizt mich besonders für eine junge und profilierte Universität zu arbeiten. Dabei möchte ich vor allem dazu beitragen, dass alle die an der Universität tätig sind, hier erfolgreich arbeiten und ihre Ideen verwirklichen können. Dazu gehört es, etwas abstrakt formuliert, Strukturen und Prozesse für gelingende Kommunikation zu schaffen. Konkret reicht das, um Beispiele zu nennen, von sanierten Hörsälen und Arbeitsräumen über leistungsfähige Software in allen Arbeitsbereichen bis hin zur nutzerfreundlichen Organisation vieler alltäglicher Dienstleistungen auf dem Campus.

Welchen Eindruck haben Sie bislang  von der Universität gewinnen können?
Da dominiert bisher noch der Blick von außen, auf Initiativen, die das Land besonders gefördert hat. Hier haben mich Engagement und Elan der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler immer sehr beeindruckt. Bei meiner Vorstellung im Senat wurde ich aber mit Nachdruck auf die vielen alltäglichen Probleme vor allem bei den Gebäuden hingewiesen, diese Mängel finden ja jetzt auch in der Öffentlichkeit die notwendige Resonanz. Deshalb ist es für mich wichtig, die Universität in den nächsten Wochen in vielen Gesprächen in ihrer ganzen Breite und Tiefe kennenzulernen.

Welche sind nach Ihrer Auffassung die größten Herausforderungen, denen sich die Universität 2018 wird stellen müssen?
In meinem Aufgabenbereich ist das erstens ganz klar die Fortsetzung der Sanierung des Campus. Wir müssen uns gemeinsam darüber verständigen und entscheiden, welche Projekte kurzfristig vor allem aus eigener Kraft erledigt werden können und welche Vorhaben mittel- bis langfristig durch das Land finanziell und organisatorisch gestemmt werden müssen. Zweitens werden wir in den Gremien über die notwendigen internen Anpassungen an das novellierte Hochschulgesetz entscheiden müssen, falls dieses vom Landtag beschlossen wird. Und drittens ist im großen Feld der Digitalisierung einiges zu tun: die Einführung des ERP-Systems im Finanz- und Personalmanagement, die Umsetzung der neue EU-Datenschutzregeln, ein Relaunch des Internetauftritts sowie die Unterstützung der digitalen Lehre und Forschung, Stichwort: digital humanities.

Was bringen Sie denn mit, um diesen Aufgaben – gemeinsam mit dem Präsidium – gerecht werden zu können?
In über 20 Jahren im Wissenschaftsmanagement, sowohl in verschiedenen Funktionen an einer Hochschule als auch im Ministerium konnte ich wichtige Erfahrungen sammeln, die ich hier einbringen kann. Deshalb kenne ich sowohl die Dynamik der hochschulinternen Prozesse, im Dreieck zwischen Hochschulleitung, Fakultäten und zentraler Verwaltung als auch die Rahmensetzungen von Hochschulautonomie durch die Ministerien und Förderorganisationen wie die DFG. Zudem schadet es mit Blick auf die Bauaufgaben sicher nicht, dass ich Architektur studiert und auch einige Jahre als Architekt gearbeitet habe.

Gibt es etwas, auf das Sie sich besonders freuen?
Die Diskussionen mit engagierten Kolleginnen und Kollegen, gerne bei einer Tasse Espresso, die bei allen notwendigen Kontroversen, hoffentlich oft zu guten Lösungen führen werden.

Und wenn Sie gerade nicht Kanzler sind, was machen Sie dann am liebsten (privat)?
Neben der ausgiebigen Lektüre einer großen Tageszeitung bleibt zum Glück noch Zeit für ein gutes Buch oder eine aktuelle Fernsehserie. Am Wochenende gehe ich gerne in die Oper, immer häufiger auch in Erfurt. Außerdem bin ich seit Jahren im Vorstand des Theaters Waidspeicher tätig und besuche regelmäßig dessen Premieren. Um mich aktiv zu erholen, laufe ich ziemlich regelmäßig – auch etwas längere Strecken.

Dann dürfen wir uns hoffentlich auf Ihre Teilnahme am nächsten Campuslauf freuen und sagen: Herzlich willkommen an der Universität Erfurt, Herr Dr. Brauns!