Tagung „Psalms in Ritual Practices“

Zu einer Tagung unter dem Titel „Psalms in Ritual Practices in Pluralistic Contexts from Antiquity to the Present“ lädt das Research Center „Dynamik jüdischer Rituale“ der Universität Erfurt vom 24. bis 26. Oktober in die Thüringische Landeshauptstadt ein. Die Veranstaltung soll auch Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit bieten, ihre Arbeiten in etwa 15-minütigen Beiträgen vorzustellen und anschließend mit den Tagungsteilnehmern zu diskutieren. Die Konferenzsprache ist Englisch.

Das biblische Buch der Psalmen ist mehr als ein Text, der zur individuellen Lektüre einlädt. Einzelne Psalmen und Elemente der Psalmen wurden und werden in Liturgie und Ritual genutzt, sowohl innerhalb von Kirche und Synagoge als auch außerhalb im Alltag von Menschen, für die die Psalmen heilige Texte sind. Wie aber gestaltet sich das Verhältnis von Text und ritueller Praxis? Inwieweit schaffen Psalmtexte religiöse Identität, laden zur Teilnahme am Ritual ein oder exkludieren Außenstehende? Wie ist es möglich, dass sich die Psalmen als Texte für Rituale in zwei Glaubenstraditionen etablieren konnten? Wo verbinden sie Judentum und Christentum, wo trennen sie? All diesen Fragen will sich die Tagung im Oktober widmen. Der Spätantike und dem Mittelalter soll dabei besondere Aufmerksamkeit gelten.

Folgende Wissenschaftler haben ihre Teilnahme bereits zugesagt: Ruth Langer (Boston), Beate Ego (Bochum), Angela Kim Harkins (Boston), Rebecca Sebbagh (Erfurt), Susanne Talabardon (Bamberg), A.J. Berkovitz (Princeton), Günter Stemberger (Wien), Benedikt Kranemann (Erfurt), Jürgen Bärsch (Eichstätt-Ingolstadt), Harald Buchinger (Regensburg), Bill Rebiger (Hamburg), Ophir Münz-Manor (Ra’anana), Alan Cooper (New York), Isaac Kalimi (Universität Mainz), Mika Pajunen (Helsinki) und Andreas Haug (Würzburg).

Nachwuchswissenschaftler, die gern an der Tagung teilnehmen und einen Vortrag halten möchte, können sich unter Angabe ihres Namens, ihrer gegenwärtigen Position und eines etwa einseitigen Abstracts (inklusive der von Ihnen benutzten Quellen und bibliografischen Angaben) bis zum 28. März 2018 bei Claudia Bergmann anmelden.

Hintergrund Research Center
Das Research Center befasst sich seit November 2015 mit den Veränderungen ritueller Praktiken im Judentum und ihren Beschreibungen, Historisierungen und Deutungen. Dabei nimmt es jüdische Rituale ab der Zerstörung des Zweiten Jerusalemer Tempels (70 n. Chr.) bis in die Neuzeit in den Blick. Das Research Centre führt regelmäßige Tagungen, Workshops und Gastvorlesungen durch, zu denen Gastwissenschaftler aus aller Welt eingeladen werden.

Weitere Informationen / Kontakt:
Dr. Claudia D. Bergmann
E-Mail: claudia.bergmann@uni-erfurt.de