Der Erfurter Fischmarkt mit dem Rathaus.

Vortrag von Hans-Werner Sinn: „Der Weg aus der Sackgasse: Wie es mit Europa weitergehen muss“

In ihrer Reihe „Die Zukunft Europas“ lädt die Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt am Mittwoch, 7. Februar, zu einem Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn ein. Er trägt den Titel: „Der Weg aus der Sackgasse: Wie es mit Europa weitergehen muss“ und beginnt um 18 Uhr im Rathausfestsaal am Fischmarkt 1. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Die europäische Integration galt jahrzehntelang als Erfolgsgeschichte, sicherte sie doch der stetig wachsenden Zahl an Mitgliedsstaaten Frieden, Demokratie und Freiheit, Stabilität sowie Wohlstand in einem Maße, das der europäische Kontinent vorher nie hatte erleben dürfen. Jedoch scheint die europäische Idee in den vergangenen Jahren in eine Krise geraten zu sein, in der an der EU als Institution zur Lösung von Problemen gezweifelt wird. Ereignisse wie die Krise der europäischen Gemeinschaftswährung, der Brexit, der Streit über den Umgang mit Migrationsbewegungen, das Erstarken EU-kritischer Parteien und populistischer Bewegungen sowie Diskussionen über Ausmaß von Regulierungen und Bürokratisierung bis hin zu angemahnter Bevormundung der Mitgliedstaaten durch die EU sind Beispiele für die Herausforderungen, denen sich Europa stellen muss.

Die Staatswissenschaftliche Fakultät hat im Rahmen ihrer Vortragsreihe „Die Zukunft Europas“ renommierte Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen eingeladen. Nach Prof. Dr. Frank Decker (Bonn), Prof. Dr. Manfred G. Schmidt (Heidelberg) und Prof. Dr. Dieter Grimm (Berlin) begrüßt die Fakultät nun Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn. Er studierte Volkswirtschaftslehre in Münster und Mannheim und war von 1984 bis 2016 Professor für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der LMU München. Zudem war er Gastprofessor in Ontario (Kanada), an der London School of Economics, in Bergen (Norwegen), sowie Stanford, Princeton und Jerusalem. Sinn war Vorsitzender des Vereins für Sozialpolitik und ab 1999 Präsident des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung. Er hat mehr als 20 Monografien und über 90 Aufsätze in Fachzeitschriften veröffentlicht. Dazu kommen zahlreiche wissenschaftliche Kommentare, Arbeitspapiere und ifo-Publikationen. Der breiten Öffentlichkeit ist Prof. Sinn durch seine zahlreichen Artikel in Tages- und Wochenzeitungen sowie seine Fernsehinterviews bekannt. Seit der europäischen Finanzkrise hat er sich immer wieder mit Beiträgen zur Zukunft des Euro und der Europäischen Union öffentlich zu Wort gemeldet.