Erfurter Dom bei Nacht

Vortrag über „Reform und Reformation im Judentum“

Im Rahmen der Ringvorlesung „Reform in Religionen“ an der Universität Erfurt spricht am Mittwoch, 10. Januar, Dr. Klaus Herrmann vom Institut für Judaistik an der FU Berlin über „Reform und Reformation im Judentum“. Beginn ist um am 18.15 Uhr im Coelicum, Domstraße 10. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.

Im Kontext des Reformationsjubiläum 2017 sind die „dunklen Seiten“ der Reformationszeit, vor allem Luthers antijüdischen Schriften mehrfach thematisiert worden. Erst im weiteren Verlauf der Wissenschaft des Judentums im 19. Jahrhundert mehren sich im Kontext historischer Forschungen und gewiss auch als Antwort auf Interpretationen Luthers, die mehr und mehr von nationalistischen, antijüdischen und völkischen Denkweisen bestimmt waren, kritische Stimmen gegen Luther und die Reformation und zwar in allen Strömungen des Judentums, aber auch hier wird das idealisierte Lutherbild keineswegs überall aufgegeben, auch jetzt bleiben die antijüdischen Schriften vielfach ausgeblendet. Der Blick auf die Frühphase der jüdischen Reformbewegung lässt Luther und die protestantische Reformation im optimistischen Licht der Aufklärungszeit erscheinen. Die sich in der protestantisch geprägten Religionskultur durch die positive Aufnahme von Aufklärungsideen vollziehende theologische Neuorientierung wurde von jüdischen Gelehrten und Reformern positiv aufgenommen und zu einem umfassenden Reformprogramm weiterentwickelt. Um dies und mehr geht es im Vortrag von Klaus Herrmann.