Neue Publikation: Vermischte Forschung der „Honigzunge“

Welcher König war in einen Baum verliebt? Wer hat die Königsherrschaft als „ehrenvolle Sklaverei“ bezeichnet? Wo durften Frauen keinen Wein trinken? Gab es eine antike Utopia? Wo badete man nur dreimal im Leben? Wo kam Faulheit vor Gericht? Wo stand Kunst, die ihren Gegenstand hässlicher erscheinen ließ, als er war, unter Strafe? Wer war der erste „Trainspotter“? Wer hat das Katapult erfunden? Welcher Tyrann wurde nach seinemSturz Grundschullehrer? Wo galt ein Leben ohne Musik als Strafe? Warum erweisen einen gefärbte Haare als Lügner? Wer stellte Grabsteine für Haustiere auf? Wo ist erstmals eine Brieftaube belegt? Wer beriet sich mit einem in Honig eingelegten Kopf? Gab es in der Antike so etwas wie den „Fluch der Pharaonen“? Wer war das Aschenputtel des Altertums? Wie vertrieb sich ein Perserkönig, der Analphabet war, auf langen Reisen die Zeit?

Antworten auf solche Fragen gibt der antike Autor Ailianos in seinem Werk „Vermischte Forschung“. Ailianos wurde wegen seiner schönen Sprache schon von Zeitgenossen im 3. Jahrhundert n. Chr. als „Honigzunge“ gepriesen wurde. Kai Brodersen, Professor für antike Kultur an der Universität Erfurt, hat das Buch nun erstmals in einer zweisprachigen Ausgabe erschlossen. So lernen wir nicht nur viele sonst verlorene literarische Textstücke neu kennen, sondern auch bezaubernde Naturschilderungen, kulturhistorische Schlaglichter, amüsante Anekdoten und kuriose Geschichten aus der ganzen Antike.

Kai Brodersen
Ailianos, Vermischte Forschung. Griechisch und Deutsch.
Sammlung Tusculum, Berlin: De Gruyter 2018 (ET 20.11.2017)
ISBN 978-3-11-057638-2
448 Seiten
59,95 EUR