Erfurter Dom bei Nacht

15 Jahre Katholisch-Theologische Fakultät an der Universität Erfurt

Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt erinnert am kommenden Sonntag an einen ganz besonderen Tag: Vor 15 Jahren, am 19. November 2002, unterzeichneten der Vatikan und der Freistaat Thüringen einen Vertrag, der die Eingliederung der Fakultät in die staatliche Universität Erfurt festschrieb und damit die kirchliche Trägerschaft aufhob. Am 1. Januar 2003 trat die Regelung in Kraft.

Die Fakultät führt die Tradition des Philosophisch-Theologischen Studiums (PTS) Erfurt fort, das 1952 als einzige katholische akademische Ausbildungsstätte in der DDR gegründet wurde. Erst nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 erkannte die DDR-Regierung sie staatlich an. Der Vatikan hatte das Philosophisch-Theologischen Studium 1999 zunächst zu einer selbstständigen kirchlichen Fakultät ernannt. Drei Jahre später stimmte Rom einer Eingliederung in die staatliche Universität zu. Heute zählt die nach wie vor einzige Katholisch-Theologische Fakultät in Ostdeutschland zwölf Professuren und rund 200 Studierende.

In einem Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur KNA haben der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr und Universitätspräsident Walter Bauer-Wabnegg die Fakultät jetzt anlässlich des kleinen Jubiläums gewürdigt und sie als unverzichtbaren Bestandteil der Universität Erfurt bezeichnet. Die katholische Theologie sei nicht nur profilschärfend für die Hochschule, sondern habe auch die Herausforderung angenommen, in einem säkularisierten Umfeld katholische Theologie zu betreiben und so auch mit den Menschen, die keinen Glauben haben, einen Dialog zu führen. Zudem stelle sie sich der Aufgabe, über das theologische Wirken hinaus in den interdisziplinären Forschungen der Universität und den gesellschaftlichen Diskursen Platz zu nehmen. Bischof Neymeyer hob im Interview aber auch die ökumenische Ausrichtung der Fakultät hervor. Sie kooperiere eng mit der Evangelisch-Theologischen Fakultät in Jena. Bereits der spätere Reformator Martin Luther (1483-1546) habe in Erfurt als Student eine für seine Zeit sehr moderne Theologie kennengelernt. Diese Prägung wirke fort und mache Erfurt für Theologie-Studierende bis heute interessant.