Haus Dacheröden

Aus den Kinderjahren des Taschenbuchs: Buchvorstellung von Reinhard Klimmt und Patrick Rössler

Das Taschenbuch ist bis heute eine, vielleicht die verlegerische Erfolgsgeschichte der Nachkriegszeit. Inhalt und Verpackung, Lesestoff und Ästhetik der Taschenbücher mit ihren hohen Auflagen spiegeln die kulturelle Szenerie der 1950er-Jahre im deutschsprachigen Raum wider. Die Bilddokumentation „Reihenweise“ lässt diese Epoche in zwei Bänden Revue passieren, und wird im Rahmen der Erfurter Herbstlese am Mittwoch, 13. September, von den beiden Autoren Reinhard Klimmt, Bundesminister a.D. und ehemaliger Ministerpräsident des Saarlandes, und Prof. Dr. Patrick Rössler, Universität Erfurt, in einem Dialog über die Literaturszene im westlichen und östlichen Nachkriegsdeutschland vorgestellt. Beginn der Veranstaltung ist um 20 Uhr im Haus Dacheröden. Der Eintritt ist frei.

Die „visuelle Schatzkammer“ (Die Welt) der beiden „exzellent ausgestatteten Bände“ (FAZ) gilt Rezensenten als „schier einmalige Darstellung deutscher Geschmacksgeschichte“ (Die Zeit) und wird in der Veranstaltung durch eine Vielzahl von Beispielen illustriert. Zu jedem Titel gibt es Literarisches und Historisches, Anekdotisches und Biografisches zu erzählen. Im Wechsel führen die beiden Verfasser durch eine Verlagsgeschichte der 1950er-Jahre, die sich mit dem Lesestoff für die Massen beschäftigt. Das Programm orientiert sich dabei am ersten Band des Werkes, der die Taschenbücher in die Kulturlandschaft jener Tage einordnet, mit einem Schwerpunkt – schon allein wegen der überwiegenden Zahl der Verlage – auf der Bundesrepublik und weiteren Kapiteln zum Taschenbuch in der DDR, der Schweiz und in Österreich. Die Reihen, ob umfangreich und nachhaltig oder schmal und ephemer, werden vorgestellt und ihre Gestaltung anhand ausgewählter aussagekräftiger Beispiele belegt.

Dem wissenschaftlichen und dokumentarischen Anspruch tut daneben das farbige Bildregister im zweiten Band Genüge, das alle den Autoren bekannt gewodenen Umschläge in ihren unterschiedlichen Versionen abdruckt und bei der Veranstaltung eingesehen werden kann. Eine Bibliografie der rund 5.000 Titel ergänzt die üblichen Angaben um die auffindbaren Gestalter und leistet einen weitgehend vollständigen Überblick über die Taschenbuchausgaben der 1950er-Jahre. Der Gestalterindex liefert weitere Daten zu den Grafikerinnen und Grafikern und erschließt, gemeinsam mit einem Titel- und Autorenregister, die beiden Bände.