Erfurter Expertise gefragt

Die Berliner Prognos AG wird den kommenden Jahren in Brandenburg die Entwicklung der Berufswahlkompetenz von Schülerinnen und Schülern wissenschaftlich begleiten und dabei auch die Voraussetzungen der Lehrerinnen und Lehrern im Bereich Berufsorientierung erfassen. Für das Projekt hat sie kürzlich den Zuschlag für finanzielle Mittel in Höhe von ca. 300.000 Euro erhalten. Die Konzeption und Umsetzung dieses über drei Jahre angelegten und durch europäische Mittel geförderten Vorhabens baut dabei auch auf der Expertise von zwei Vertretern der Universität Erfurt auf: Prof. Dr. Ernst Hany und Dr. Benjamin Dreer von der Erfurt School of Education zusammenarbeiten. Beide befassen sich seit einigen Jahren mit relevanten Aspekten des Themas Berufsorientierung und sind so in der Lage, gemeinsam gewinnbringende Teil-Expertisen in das Vorhaben einzubringen.

Ein zentraler Arbeitsschwerpunkt von Ernst Hany liegt auf der Konzeption und Erfassung berufswahlrelevanter Kompetenzen bei Heranwachsenden und Lerhamtsstudierenden. Sechs Jahre leitete er gemeinsam mit Prof. Dr. Bärbel Kracke (FSU Jena) das Projekt zur Entwicklung eines Thüringer Berufsorientierungsmodells (ThüBOM) an der Universität Erfurt. Aus diesem gingen u.a. ein viel beachtetes theoretisches Modell sowie verschiedene Erhebungsverfahren zur Berufswahlkompetenz hervor. Das ThüBOM-Modell wurde zum Maßstab der Berufsorientierung an den Brandenburger Schulen, die nun evaluiert werden soll. Benjamin Dreer, der zeitweise auch in diesem Projekt tätig war, entwickelte in verschiedenen Untersuchungen im Rahmen seiner Dissertation ein Kompetenzmodell und Erhebungsinstrumente zur Erfassung der Kompetenzen von Lehrerinnen und Lehrern im Bereich Berufsorientierung.

Beide Perspektiven sind nun in der Kooperation mit der Prognos AG gefragt. Ergebnisberichte und etwaige weitere Publikationen werden zu gegebener Zeit auf den Seiten der ESE (www.uni-erfurt.de/ese) zu finden sein.