Teilnehmer des Workshops "Human Rights and the Contribution of Religions"

Professur für Islamwissenschaft begrüßt Studierende aus Pakistan

Im Rahmen des Projektes „Religious Pluralism and Religious Plurality: towards an Ethics of Peace“ begrüßt die Professur für Islamwissenschaft der Universität Erfurt  14 Theologie-Studentinnen und Studenten aus Pakistan. Dies ist der dritte, in Erfurt stattfindende Projekt-Workshop und trägt den Titel „Human Rights and Contribution of Religion“.

Mit dem Projekt stößt die Professur für Islamwissenschaft eine Zusammenarbeit mit pakistanischen Theologie-Schulen an und schlägt eine hierzulande einzigartige Brücke zwischen dortiger traditioneller islamischer Lehre und hiesiger Islamwissenschaft. Im Vordergrund steht Achtung von Pluralismus und Erwerb von Handlungskompetenz bei Meinungsverschiedenheit. Bevorzugt werden dafür vorhandene Potenziale innerhalb der islamischen Traditionen berücksichtigt. Im Blickpunkt stehen dabei vor allem jene Diskursstränge, die von den großen Religionen inspiriert und beeinflusst, wie z.B. Werte sozialer Gerechtigkeit, Menschenrechten und Friedensethik. Unterschiedliche theoretische Perspektiven werden diskutiert, um jene Verschlingungen von kulturellen, historischen, politischen, ethnischen und natürlich auch religiösen Faktoren zu verdeutlichen, die zur Bestätigung universeller Menschenrechte beigetragen haben.

Vor dem Hintergrund einer angespannten politischen Situation, die entscheidend von der anhaltenden Flüchtlingskrise und einem aufgeladenen Diskurs über die sogenannte Islamisierung Europas, stellt „Religious Pluralism and Religious Plurality“ eine einmalige Gelegenheit der Verständigung zwischen hiesigen Studierenden und denen aus pakistanischen Madresen dar. Es gilt, die Vielfalt und Tiefe der islamischen Religion aufzuzeigen. Schon ein Blick auf die pakistanischen Teilnehmer reicht: Sie repräsentieren vier verschiedene Denkschulen innerhalb des Islams in Pakistan. Aufgrund dieser neuen Zielgruppen und der akademischen sowie auch dialogischen Ausrichtung der Veranstaltung wird neben dem fachlichen Austausch auch ein einzigartiges Forum für interkulturelle Begegnungen geboten. Dadurch kann die Vielschichtigkeit der islamischen Glaubensinhalte und -praktiken verdeutlicht und den medial kolportierten Stereotypen zum Islam und Madresen entgegengewirkt werden.

Die verschiedenen Lehreinheiten des zehntägigen Workshops werden von Wissenschaftlern der Universität Erfurt und auswärtigen Experten angeboten. Zusätzlich zu interkulturellen Veranstaltungen in Erfurt wird die Seminargruppe eine Exkursion nach Weimar sowie eine zweitägige Reise nach Berlin unternehmen und verschiedene Institutionen, wie beispielsweise den Deutschen Bundestag, das Holocaust-Mahnmal und Moscheen besuchen.

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