Professur für Islamwissenschaft begrüßt Studierende aus Pakistan zum Workshop „Social Science and Religion“

An der Universität Erfurt sind derzeit zwölf Theologie-Studierende aus Pakistan zu Gast, die an einem Workshop des Forschungs- und Dialogprojekts „Religious pluralism and religious plurality: towards an ethics of peace“ der Professur für Islamwissenschaft teilnehmen. Prof. Dr. Jamal Malik hatte sie nach Erfurt eingeladen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich mit Erfurter Studienderenden auszutauschen und sich gemeinsam mit ihnen mit dem Thema „Social Sciences and Religion“ zu beschäftigen. Auf diese Weise findet bereits das zweite Projektseminar dieser Art statt, nachdem im vergangenen Jahr die Sommerakademie „Questions of Historiography“ erfolgreich durchgeführt wurde.

Mit dem Projekt stößt die Professur für Islamwissenschaft eine Zusammenarbeit mit pakistanischen Theologie-Schulen an und schlägt damit eine hierzulande einzigartige Brücke zwischen dortiger traditioneller islamischer Lehre und hiesiger Islamwissenschaft. Im Vordergrund steht die Förderung von Respekt vor religiöser Vielfalt, Achtung von Pluralismus und von Handlungskompetenz bei Meinungsverschiedenheit. Dabei werden bevorzugt die dafür vorhandenen Potenziale innerhalb der islamischen Traditionen berücksichtigt. Um diese Befunde für die Gegenwart fruchtbar zu machen, sollen überlieferte Glaubensinhalte und -symbole zunächst in ihre historischen Entstehungs- und Deutungskontexte übersetzt werden, um sie sich in einem weiteren Schritt neu aneignen zu können.

Aufgrund der neuartigen Zielgruppen und der akademischen sowie dialogischen Ausrichtung des Vorhabens wird nicht nur der fachliche Austausch gefördert, sondern auch ein neuartiges Forum für interkulturelle Begegnung geboten, nicht zuletzt, um die Vielschichtigkeit islamischer Glaubensinhalte und -praktiken zu verdeutlichen und medial kolportierte Stereotypen über Medresen (Theologie-Schulen) zu hinterfragen.

Während des Workshops in Erfurt werden akademische Debatten zu Grenzen und Potenzialen der soziologischen Untersuchung von Religion geführt. Darüber hinaus gibt es Exkursionen, beispielsweise ins Erfurter Rathaus, in die Erfurter Moschee und Goethes Wohnhaus in Weimar. Außerdem werden die Teilnehmer für mehrere Tage nach Berlin fahren, um in Projektgruppen an verschiedenen religiösen Institutionen zu forschen und einige der ikonischen Orte der Landeshauptstadt zu besuchen.

Das Projektjahr 2017 wird im Juli durch den Workshop „Human Rights and the Ethics of Peace. The Contribution of Religion“ und anschließend ein Projekt-Review Treffen mit den Partnern aus Pakistan vervollständigt. Ergänzend zu diesen Terminen in Erfurt werden korrespondierende Workshops an den pakistanischen Partnerinstitutionen durchgeführt. Diese werden von den Teilnehmern der Workshops in Erfurt geplant, strukturiert und umgesetzt. Auf diese Weise soll das hier gemeinsam Erlernte dort zur Anwendung kommen. In diesem Multiplikatoreneffekt liegt der akademische und dialogische Mehrwert dieses einzigartigen Unternehmens.

Angeboten werden die wissenschaftlichen Workshops in Erfurt als Blockveranstaltungen, um auch Studierenden der Universität Erfurt die Teilnahme zu ermöglichen. Die Unterrichtseinheiten werden vom akademischen Personal der Universität Erfurt und von auswärtigen Experten durchgeführt. Interessierte Studierende können sich im Vorlesungsverzeichnis und auf der Website der Professur für Islamwissenschaft dazu regelmäßig informieren.

Weitere Informationen / Kontakt:
Prof. Dr. Jamal Malik
E-Mail: jamal.malik@uni-erfurt.de
www.uni-erfurt.de/?id=41314