Jasmin Kutzner

Dürfen wir vorstellen…? Jasmin Kutzner!

Eine studierte Musikwissenschaftlerin und Theaterdramaturgin als Doktorandin an der Uni Erfurt? „Ja, für mich war das ein echter Glücksgriff“, sagt Jasmin Kutzner. Sie ist das neue Gesicht am Research Centre „Dynamik ritueller Praktiken im Judentum in pluralistischen Kontexten von der Antike bis zur Gegenwart“, das am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt angesiedelt ist. In den kommenden drei Jahren wird die 28-Jährige hier erforschen, welchen Einfluss die synagogale Liturgie und die rituellen Praktiken des Judentums auf das Schaffen jüdischer Komponisten im 20. Jahrhundert hatten.

„Mit dieser Doktorandenstelle bietet mir das Research Centre eine einmalige Chance, denn auf diesem Gebiet sind die Möglichkeiten begrenzt“, weiß die gebürtige Altenburgerin. Nach ihrem Studium der Musikwissenschaft in Leipzig arbeitete sie als Musikdramaturgin am Theater Rudolstadt – von der Praxis geht es jetzt zurück in die Wissenschaft. „Ich freue mich sehr auf all das, was mich jetzt an der Universität erwartet“, sagt Jasmin Kutzner und hofft, dass sie mit ihrer Promotion nun den Grundstein für eine wissenschaftliche Karriere legen kann. Und dabei wird sie eng mit Prof. Dr. Jascha Nemtsov zusammenarbeiten. Er ist nicht nur der stellvertretende Sprecher des Erfurter Research Centres, sondern auch Professor an der Hochschule für Musik Franz Listz in Weimar und Gründer des ,Potsdamer Archivs der Neuen Jüdischen Schule‘, einer institutionell organisierten Komponistenvereinigung, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Russland gegründet wurde und eine national orientierte Kunstmusik schuf. „Die Kompositionen der ,Neuen Jüdischen Schule‘ werden mich in den kommenden drei Jahren in erster Linie beschäftigen“, sagt Jasmin Kutzner. „Und ich habe das große Glück, dass ich hier keinen ‚Steinbruch‘ betrete, sondern das Quellenmaterial, Noten und Konzertprogramme schon sortiert und katalogisiert sind, so dass ich hier für meine Arbeit sicher unzählige wichtige Informationen und Impulse erhalte.“ Die Musikwissenschaftlerin wird schauen, welche Elemente und Rituale aus den jüdischen Synagogen aber auch aus der jüdischen Folklore Eingang in die Werke jüdischer Komponisten des 20. Jahrhunderts gefunden haben und wird den Blick dabei auch auf jüdische Tonsetzer außerhalb der ,Neuen Jüdischen Schule‘ richten.  Erst einmal ist jedoch Theorie angesagt – Jasmin Kutzner wird sich mit der jüdischen Musikgeschichte und den musikalischen Strukturen jüdischer Musik befassen, um ihrer Promotion eine Grundlage zu geben. „Aber auch dafür bin ich ja mit meinem bisherigen Werdegang bestens gerüstet.“

Ob sie in Erfurt schon angekommen ist, fragen wir die 28-Jährige. „Ich lebe seit drei Jahren mit Mann und Kind in dieser wundervollen Stadt und auch das Research Centre hat mir den Einstieg sehr leicht gemacht. Also lautet die Antwort ‚Jaaaaa‘! Die familiäre Atmosphäre und die Überschaubarkeit des Campus – das ist genau mein Ding. Und da ich in meiner Arbeit ziemlich flexibel agieren kann, bekomme ich auch Beruf und Familie prima unter einen Hut.“ Und was macht Jasmin Kutzner, wenn sie nicht an der Uni ist? „Dann finden Sie mich mit ziemlicher Sicherheit mit meinem dreijährigen Sohn auf dem Spielplatz.“